Jungle+ Artikel 07.05.2026
Die soziale Krise in der Ukraine

Zermürbt zum Sieg

Die militärische Lage der Ukraine scheint weniger aussichtslos als noch vor einem Jahr, doch türmen sich ihre sozialen, ökonomischen und politischen Probleme.

»Diesen Sommer wird der Moment kommen, wo Putin vor der Wahl steht, ob er den Krieg ausweitet oder sich in Richtung Diplomatie bewegt«, prognostizierte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Rande der Tagung der Europäischen Politischen Gemeinschaft, zu der 47 Regierungen in die armenische Hauptstadt Eriwan eingeladen waren. Auch wenn man diese optimistische Einschätzung nicht teilen mag, lässt sich nicht leugnen, dass die ukrainische Regierung es in den vergangenen Monaten geschafft hat, den Eindruck, die Zeit spiele für Russland, zu widerlegen.

Hieß es vor einem Jahr noch in den Worten von US-Präsident Donald Trump, die Ukraine habe »keine Karten«, und bestand die Taktik der russischen Armee darin, langsam und unter hohen Verlusten, aber scheinbar unaufhaltsam vorzurücken, deutet sich an, dass der Trend jetzt in die andere Richtung weist: Die russischen Invasoren kommen kaum voran, ihre Verluste steigen höher und höher und die ukrainischen Angriffe mit Drohnen und in geringerem Maße auch mit Marschflugkörpern tief in Russland, auf Erdölsektor und die Rüstungsindustrie, werden häufiger und wirkungsvoller.

Die russischen Invasoren kommen kaum voran, ihre Verluste steigen höher und höher und die ukrainischen Angriffe mit Drohnen und Marschflugkörpern tief in Russland, auf Erdölsektor und die Rüstungsindustrie, werden häufiger und wirkungsvoller.

Auch die Wirtschaftskrise in Russland, die sich über Jahre der Kriegswirtschaft aufgebaut hat, tritt deutlicher zutage. Allein schon Selenskyjs Besuch in Eriwan zeugt von dessen Selbstbewusstsein, denn in Armenien befindet sich immer noch eine große russische Militärbasis, auch wenn sich das Land vom ehemals engen Verbündeten zu distanzieren versucht. Russische Propagandisten schäumten dementsprechend vor Wut über seine Visite in dem Land, das sie als Russlands angestammten Hinterhof im Kaukasus betrachten.

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