Jungle+ Artikel 14.05.2026
Razzien bei »Deutsche Jugend voran« und »Jung und stark«

Spät dran

Mit einer bundesweiten Großrazzia ging die Bundesanwaltschaft gegen junge Rechtsextreme von »Deutsche Jugend voran« und »Jung und stark« vor. Die antifaschistische Gruppe Recherche Nord sagt jedoch, dass die Gruppen ihren Zenit schon überschritten haben und andere Entwicklungen inzwischen gefährlicher seien.

Von Bayern bis Schleswig-Holstein, vom Saarland bis Sachsen: In fast jedem Bundesland fand wenigstens eine Durchsuchung statt. Am Mittwochmorgen voriger Woche rückten rund 600 Polizisten aus, um insgesamt 50 Objekten und 36 mutmaßlichen Rechtsextremisten einen Besuch abzustatten.

Die von der Bundesanwaltschaft beschlossenen Durchsuchungen richteten sich gegen mutmaßliche Mitglieder der Nazi-Jugendgruppen »Jung und stark« (JS) und »Deutsche Jugend voran« (DJV), denen die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen wird. Viele von ­ihnen gelten der »Tagesschau« zufolge als Rädelsführer, insgesamt werde die Gefolgschaft der beiden Gruppen auf jeweils einige Hundert Personen geschätzt.

Festnahmen gab es zunächst keine. Gegen acht der 36 Beschuldigten wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Sie sollen vermeintliche Pädophile und Linke angegriffen haben. »Die Opfer wurden jeweils von mehreren Angreifern geschlagen und trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon«, teilte die Bundesstaatsanwaltschaft mit.

»Der Punkt, an dem es aus Sicht von Repressionsbehörden Sinn ergeben hätte, reinzuschlagen, ist längst vorbei.« Recherche Nord über die Razzien gegen »Jung und stark« und »Deutsche Jugend voran«

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