Spät dran
Von Bayern bis Schleswig-Holstein, vom Saarland bis Sachsen: In fast jedem Bundesland fand wenigstens eine Durchsuchung statt. Am Mittwochmorgen voriger Woche rückten rund 600 Polizisten aus, um insgesamt 50 Objekten und 36 mutmaßlichen Rechtsextremisten einen Besuch abzustatten.
Die von der Bundesanwaltschaft beschlossenen Durchsuchungen richteten sich gegen mutmaßliche Mitglieder der Nazi-Jugendgruppen »Jung und stark« (JS) und »Deutsche Jugend voran« (DJV), denen die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen wird. Viele von ihnen gelten der »Tagesschau« zufolge als Rädelsführer, insgesamt werde die Gefolgschaft der beiden Gruppen auf jeweils einige Hundert Personen geschätzt.
Festnahmen gab es zunächst keine. Gegen acht der 36 Beschuldigten wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Sie sollen vermeintliche Pädophile und Linke angegriffen haben. »Die Opfer wurden jeweils von mehreren Angreifern geschlagen und trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon«, teilte die Bundesstaatsanwaltschaft mit.
»Der Punkt, an dem es aus Sicht von Repressionsbehörden Sinn ergeben hätte, reinzuschlagen, ist längst vorbei.« Recherche Nord über die Razzien gegen »Jung und stark« und »Deutsche Jugend voran«
Noch kein Abonnement?
Um diesen Inhalt zu lesen, wird ein Online-Abo benötigt::