Chronologie des Versagens
»Konservative mögen Ordnung. Und das Bürgertum in Deutschland hat eine große, alte Stärke – es ist verliebt ins Gelingen.« Gemessen an diesen beiden Idealen, die er 2018 in einem Interview mit dem Nachrichtensender NTV anlässlich des Erscheinens seines Buchs »Das konservative Manifest« formulierte, ist Wolfram Weimer krachend gescheitert. Ein Jahr nach seinem Amtsantritt als Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rang eines Staatsministers lässt sich resümieren: Der parteilose Weimer hat in allen Segmenten der Kulturszene erheblich an Rückhalt verloren und sein kurzer Weg ist beeindruckend dicht gepflastert mit Pleiten, Pech und Pannen.
In chronologischer Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit lassen sich folgende Stationen seines Versagens nachzeichnen: Im Herbst 2025 geriet der Medienunternehmer und ehemalige Chefredakteur von Welt, Focus und Cicero wegen des »Ludwig-Erhard-Gipfels« der Weimer Media Group, die zu diesem Zeitpunkt ihm und seiner Ehefrau gehörte, unter Druck. Medienberichten zufolge soll das prestigeträchtige Treffen am Tegernsee damit beworben worden sein, Unternehmer:innen könnten gegen Zahlung einer ordentlichen Summe bei exklusiven Treffen »Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger« nehmen.
»Ein Staatsminister kann nicht einfach über eine GmbH, die ihm zur Hälfte gehört, für viel Geld Interessierten Gesprächskontakte mit seinen Kabinettskolleginnen und -kollegen anbieten«, kritisierte etwa die NGO Transparency International im Gespräch mit der Berliner Morgenpost. Weimer wies die Vorwürfe zwar zurück, übergab seine Firmenanteile aber infolge der öffentlichen Kritik an einen Treuhänder. Sein wirtschaftliches Interesse am Erfolg der Firma dürfte dessen ungeachtet fortbestehen.
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