Einfach zuschlagen
Die Nachricht schaffte es bis in die »Tagesschau«: In Brasilien hat eine 20jährige Studentin nur knapp den Messerangriff eines jungen Manns überlebt, der im selben Fitness-Studio wie sie trainierte. Nachdem Alana Anísio Rosa die Avancen des 22jährigen mehrfach abgewiesen hatte, war er am 6. Februar in ihre Wohnung eingedrungen und hatte etliche Male auf sie eingestochen. Auch in den deutschen Medien berichtete man darüber, dass der Angreifer in sozialen Medien Videos konsumiert haben soll, die unter dem Hashtag »If She Says No« firmieren.
Dieser Tiktok-Trend umfasst zahlreiche Videos, in denen Männer vorspielen, einer Frau etwa einen Heiratsantrag zu machen oder sie nach einem Date zu fragen, um nach einer Absage gewalttätig zu werden. Man sieht beispielsweise einen Mann, der in Sportbekleidung auf dem Boden vor einer Kampfsport-Trainingspuppe kniet, einen Ring in die Höhe haltend, dann steht er plötzlich auf, greift den Kopf der Puppe und rammt ihr sein Knie ins Gesicht.
Die gefürchtete Kränkung des Manns durch die Frau wird hier inszeniert, damit der Mann ihr in einem von ihm kontrollierten Rahmen begegnen kann. Die Zurückweisung wird also offenbar nicht nur gefürchtet, sondern vorweggenommen und gewissermaßen sogar ersehnt.
Nachdem Alana Anísio Rosa die Avancen eines 22jährigen mehrfach abgewiesen hatte, war er am 6. Februar in ihre Wohnung eingedrungen und hatte etliche Male auf sie eingestochen.
Der Vorfall in Brasilien warf auch hierzulande die Frage nach frauenfeindlichen Inhalten auf Social Media und deren Einfluss auf Jugendliche und junge Erwachsene auf. Eine Studienreihe des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) hat gezeigt, dass neun von zehn Jugendlichen täglich soziale Medien, insbesondere Tiktok und Instagram, nutzen und diese Plattformen ihre wichtigste Informationsquelle sind und entscheidenden Einfluss darauf nehmen, wie sie sich sozial orientieren.
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