Der lange Marsch nach Chartres
Paris. Mehr als 20.000 traditionalistische Katholiken machten sich am Pfingstwochenende mit wehenden Fahnen und hochgehaltenen Kreuzen von Paris aus auf den Weg nach Chartres. Die pèlerinage de chrétienté (Pilgerfahrt der Christenheit) entstand 1983 im Umfeld des fundamentalistischen Christen Bernard Antony. Er war Mitglied des rechtsextremen Front national (des heutigen Rassemblement national) und eine der führenden Persönlichkeiten des nationalkatholischen Milieus.
Dieses Jahr fand die Pilgerfahrt bereits zum 44. Mal statt. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Teilnehmerzahl verdoppelt – ein Erfolg, der Fragen aufwirft, zumal das Durchschnittsalter der Pilger im vergangenen Jahr bei 23 Jahren lag. Auch Prominente wurden dort gesichtet, zum Beispiel 2024 die verschwörungstheoretische Maga-Influencerin Candace Owens aus den USA.
Die pèlerinage de chrétienté entstand 1983 im Umfeld des fundamentalistischen Christen Bernard Antony. Er war Mitglied des rechtsextremen Front national und eine der führenden Persönlichkeiten des nationalkatholischen Milieus.
Der Wissenschaftler Guillaume Cuchet schätzte 2021, dass die Traditionalisten trotz eines gewissen Einflusses in bestimmten Diözesen wie der von Versailles »eine kleine Minderheit« blieben, die »fünf bis sechs Prozent der Gesamtzahl« der regelmäßig praktizierenden Gläubigen ausmache. Er warnte damals davor, das Phänomen zu überschätzen: »Man muss sich vor den Eindrücken hüten, die die tendenzielle Verkleinerung der Mitgliederzahlen im Katholizismus hervorruft.«
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