Jungle+ Artikel 04.06.2026
Deutschlands größter Immobilien­konzern Vonovia hat sich hoch verschuldet

Die Leiden des Branchenprimus

Der Wert der Vonovia-Aktie ist über die vergangenen Jahre einge­brochen, der Konzern ist verschuldet. Aus der Misere sollen offenbar Mieterhöhungen führen, von denen aber nicht wenige bereits von verschiedenen Gerichten kassiert wurden.

Die Investoren sind missvergnügt. »Der Kurs der Aktie ist alles andere als erfreulich«, sagte Marc Tüngler, der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, bei der Hauptversammlung des Immobilienunternehmens Vonovia am 21. Mai. Im Vergleich zum Höchststand von 2020 ist der Kurs der Aktie um beinahe 60 Prozent eingebrochen, der Verlust gegenüber dem Vorjahr liegt bei rund 18 Prozent. Zugleich hat das größte deutsche Wohnungsunternehmen dem Manager-Magazin zufolge knapp 39 Milliarden Euro an Schulden angehäuft.

Vor diesem Hintergrund bezeichnete Hendrik Schmidt von der Fondsgesellschaft DWS die Abschiedsvergütung für den früheren Vorstandsvorsitzenden von Vonovia als »übermäßig großzügig«. Nach zwölf Jahren schied Rolf Buch zum Jahresende 2025 vorzeitig aus. Außer einer Abfindung in Höhe von 5,8 Millionen Euro bewilligte ihm der Aufsichtsrat ein Aktienpaket und eine sogenannte Karenzzahlung, für deren Erhalt sich Buch verpflichtete, in den folgenden zwölf Monaten nicht bei der Konkurrenz anzuheuern. Das Handelsblatt schätzte, dass insgesamt mehr als 15 Millionen Euro für Buch zusammenkommen könnten.

Für die Größe des Immobilien­unternehmens Vonovia haben vor allem zwei Taktiken gesorgt: Konkurrenz aufzukaufen und zuzuschlagen, wo öffentliches Eigentum zu privatem wird.

Die hohe Summe stieß nicht nur bei Aktionären und Investoren auf Kritik, die sich eine Einbindung der Hauptversammlung gewünscht hätten. Hans-Jochem Witzke, der Vorsitzende des Deutschen Mieterbunds in Nordrhein-Westfalen, sagte der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung dazu: »Führt man sich vor Augen, dass diese Abfindungszahlungen indirekt die vielen Mieterinnen und Mieter zahlen, zeigt sich, wie ungerechtfertigt sie sind.«

Noch kein Abonnement?

Um diesen Inhalt zu lesen, wird ein Online-Abo benötigt::