Impfgegner gegen Trump
Zach Lahn hat am Dienstag voriger Woche die Vorwahl der Republikanischen Partei für die Gouverneurswahl des US-Bundesstaats Iowa gewonnen. Der siebenfache Vater und rechtslibertäre Agrarunternehmer setzte sich in dem von der Landwirtschaft geprägten Bundesstaat knapp gegen seinen politisch etablierten Mitbewerber Randy Feenstra durch und dürfte im November gegen einen demokratischen Rivalen antreten.
Feenstras Wahlkampfkasse überstieg die seines Rivalen um ein Vielfaches, zudem sprach US-Präsident Donald Trump vier Tage vor der Wahl Feenstra seine Unterstützung aus. Lahn hingegen setzte sich als Anwalt der Landwirte gegen große Agrarunternehmen und deren Umweltpraktiken in Szene. Zudem forderte er ein Verbot von Impfstoffen gegen Covid-19.
Zach Lahn wurde von »Make America Healthy Again« unterstützt und besitzt Anteile an einem auf Penisringe spezialisierten Erotikunternehmen.
Er wurde dabei von »Make America Healthy Again« unterstützt, der Bewegung des Gesundheitsministers Robert F. Kennedy junior. Zudem rief Lahn dazu auf, »die Maschine zu besiegen«, die »glaubt, sie kann unsere Kandidaten aussuchen«, ohne Trump zu erwähnen. Dass Lahn Anteile an einem auf Penisringe spezialisierten Erotikunternehmen besitzt, sorgte dabei für Kritik rechtskonservativer Kreise. Lahn distanzierte sich von dem Unternehmen und verwies auf vertragliche Verpflichtungen. Er habe dessen Vorstand schon 2023 verlassen.
Die Niederlage des Trump-nahen Kandidaten Feenstra ist eine Seltenheit in den republikanischen Vorwahlen dieses Jahres. Bei den Zwischenwahlen im November werden ein Drittel des Senats, das gesamte Repräsentantenhaus und die Gouverneure und lokalen Abgeordneten diverser Bundesstaaten neu gewählt. Bislang hatte nahezu jeder von Trump unterstützte Kandidat in den Vorwahlen gewonnen, selbst gegen einflussreiche Amtsinhaber:innen. Mit der Unterstützung loyaler Kandidaten in Vorwahlen übt Trump Druck auf die eigene Partei aus, sich vollständig hinter seinem autoritären Kurs unterzuordnen. Gleichzeitig befindet sich die Republikanische Partei unter anderem wegen hoher Inflation durch Trumps Zölle und des Iran-Kriegs in einem Umfragetief.
Trumps Unterstützung für Feenstra kam jedoch spät, viele Briefwahlstimmen waren bereits abgegeben worden. Ob es zu weiteren Niederlagen Trump-naher Kandidierender kommt, ist daher ungewiss.