25.06.2026
Wie die »Jungle World« mit der Hitze umgeht

Homestory #26/2026

Unten ist es kälter als oben, im Wasser aber noch angenehmer als an der Luft – wie die Redakteur:innen Ihrer Lieblingszeitung der Hitzewelle begegnen.

Auch in der Jungle-Redaktion gibt es ein Oben und ein Unten, eine Sonnenseite und eine Schattenseite des Lebens sozusagen. Das Gartenhaus, in dem Ihre Lieblingsredaktion residiert, hat nämlich zwei Stockwerke. Das obere ist wegen zahlreicher Dachfenster ­geradezu lichtdurchflutet, während das Erdgeschoss meistens im Schatten liegt, weil sich das Gebäude in einem eher kleinen ­Hinterhof befindet. Im Herbst mag das nicht ganz ideal zu sein, aber derzeit ist man im dunklen kühlen Erdgeschoss klar im Vorteil.

Die derzeitige Hitzewelle führt zu erstaunlichen Maßnahmen: In Paris zum Beispiel wurde am Wochenende ein Teil des Canal Saint-Martin zum Schwimmen geöffnet und am Sonntag beim landesweiten Musikfest »Fête de la Musique« sogar der öffentliche ­Alkoholkonsum verboten.

In Berlin geschah das nicht, obwohl es hier kaum weniger heiß war, aber, wie es ein Kollege ausdrückte, das hätte man ihm nicht verbieten müssen, wie irre müsste man sein. In Paris gehe er außerdem gerne in der Seine schwimmen, aber das auch nur, weil es dort viel zu wenige Schwimmbäder gebe.

Die Volksbühne will unter dem neuen Intendanten Matthias Lilienthal für zwei Monate ein Freibad eröffnen. Das »Volksbad«, ein 25-Meter-Schwimmbecken, das auf dem Rosa-Luxemburg-Platz aufgestellt werden soll, dürfe jeder »gratis und ohne Ausweispflicht« besuchen.

Die Freibad-Situation in Berlin sieht ebenfalls ziemlich düster aus. Von den wenigen, die es noch gibt, waren diese Woche gleich zwei wegen Reparaturen geschlossen – das schon länger dichtgemachte Columbia-Bad (das an diesem Mittwoch aber wieder öffnet) und das Prinzenbad, weil es dort einen Kabelbrand gegeben hatte. Bei Letzterem könnte es sich womöglich um eine Sabotageaktion der Volksbühne gehandelt haben.

Die will nämlich unter dem neuen Intendanten Matthias Lilienthal ab August für zwei Monate ein Freibad eröffnen. Das »Volksbad«, ein 25-Meter-Schwimmbecken, das auf dem Rosa-Luxemburg-Platz aufgestellt werden soll, dürfe jeder »gratis und ohne Ausweispflicht« besuchen. Mit der Aktion soll auf den Verfall der Infrastruktur hingewiesen werden.

Gartendusche von Amazon

Der Begriff »Volksbad« ist so gar nicht im Stil Ihrer Lieblings­zeitung. Aber die Kanäle sind in Berlin auch nicht zu empfehlen. Viele schöne Seen gibt es zwar, doch die sind meistens ziemlich weit draußen – ungeeignet für die Mittagspause.

Während eine Kollegin bei Amazon schon nach »Gartendusche« sucht, findet sich in der Zeitung ein Hoffnungszeichen: Am Samstag sind an zentraler Stelle mal wieder Hunderte Menschen in die Spree gesprungen, um gegen das seit 101 Jahren geltende Schwimmverbot zu demonstrieren. Ein Zitat eines Spree-Schwimmers (»Man konnte sehen, dass es etwas schmutzig war, aber nicht so schlimm«) klingt allerdings nicht gerade vielversprechend. Was kostet nochmal die Gartendusche?