Jungle+ Artikel 14.07.2026
Mexikos Konflikte begleiten die Fußball-WM

Protest und Spiele

Bei der Fußballweltmeisterschaft präsentiert sich das Co-Gastgeberland Mexiko modern und weltoffen. Zugleich nutzen Protestierende aller Art die WM in Mexiko-Stadt, um internationale Aufmerksamkeit zu erregen.

Eine »soziale Weltmeisterschaft« hatte in Mexiko nach dem Willen der Behörden stattfinden sollen und eine entsprechende Infrastruktur wurde aufgebaut. Doch nicht alle mochten die Fußballspiele im Stadion oder auf Leinwänden beim Public Viewing verfolgen. Für unterschiedliche Protestbewegungen bot das Riesenspektakel einen willkommenen Anlass, auf ihre jeweiligen Anliegen aufmerksam zu machen und bestenfalls internationale Beachtung zu finden. Aber der Reihe nach.

Bereits am Vorabend der Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft droht die Situation vor dem Aztekenstadion, während der WM offiziell in »Estadio Ciu­dad de México« umbenannt, zu eskalieren. »Genießt eure WM!« ruft eine protestierende Gruppe der Madres buscadoras (Suchende Mütter) feiernden Fußballfans zu. Ein riesiges Polizeiaufgebot ist auf der Calzada de Tlalpan, einer der wichtigsten Verkehrsachsen von Mexiko-Stadt, im Anmarsch. Überall in der mexikanischen Hauptstadt, vor allem rund um das berühmte Stadion, sind Protestkundgebungen angemeldet. Derweil strömen die Fans weiter auf den Platz vor der Arena, um ihrer Vorfreude freien Lauf zu lassen. Die Madres buscadoras setzen sich aus Hunderten lokaler Kollektive zusammen, die auf eigene Faust nach verschwundenen Angehörigen suchen. Laut Nationaler Suchkommission des Innenministeriums (CNB) gelten im Juli 2026 über 135 300 Menschen in Mexiko als vermisst.

»Genießt eure WM!« ruft eine protestierende Gruppe der Madres buscadoras (Suchende Mütter) feiernden Fußballfans zu. Offiziell gelten im Juli 2026 über 135.300 Menschen in Mexiko als vermisst.

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