Anekdötchen aus dem Exil
Seit einigen Jahren wird in der Debatte über die Israel-Boykottkampagne BDS und bezogen auf die Kritik am Antisemitismus eine denkbar schiefe Metapher bemüht: In den USA schon seit jeher gängig, reüssiert die Gleichsetzung der Gegenwart und der McCarthy-Ära als Totschlagargument gegen alle, die den Zionismus nicht für schlimmstes Teufelszeug und seine Gegner nicht für harmlos halten. In Deutschland popularisierte Micha Brumlik die Rede vom »McCarthyismus«, der »Israelkritiker« hierzulande angeblich treffe.
Doch wie gesagt, das hat seine Tücken: Die Kommunistenjagd, die der US-Senator Joseph McCarthy Anfang der fünfziger Jahre und vor ihm das House Committee on Un-American Activities betrieb, zerstörte tatsächlich Leben. Damals ging es nicht um Diskussionen darüber, ob jemand einen Preis zuerkannt bekommt oder eine staatliche Förderung einsacken kann – einige gingen nach einer Befragung durch das House Committee, zu der sie gezwungen waren, ins Gefängnis.
Jekal stellt heraus, dass das Genre vieler Exilanten das des Film Noir war – nun verwandelte sich ihr eigenes Umfeld in eine düstere Welt voller zwielichtiger Figuren.
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