30.07.2026
BDS-Kampagne gegen französische DJ

Jüdische DJ wehrt sich

Nach einem Boykottaufruf, antisemitischen Verleumdungen und Angriffen musste eine DJ ihren Festival-Auftritt in Frankreich abbrechen.

Störversuche, Anfeindungen und das Werfen von Gegenständen erreichten ihr Ziel: Die jüdische DJ und queere Aktivistin Barbara Butch musste ihr Konzert bei einem Musikfestival im südfranzösischen Grenoble am Samstag vorvergangene Woche abbrechen. Die etwa 150 Störer:innen folgten einem Boykottaufruf des Kommunalpolitikers Allan Brunon der Partei La France insoumise (LFI) und anderer antizionistischer Gruppen gegen Butch. Darin wird Israel als »koloniales und genozidales Regime« bezeichnet und die DJ mit einer blutverschmierten Pride-Flagge gezeigt, die den Davidstern trägt. Ebenso wirft der Aufruf Butch ihre Unterschrift unter einen offenen Brief vor, der einen Gesetzesentwurf zur Bestrafung neuerer Formen des Antisemitismus befürwortete. Letzterer wurde wegen verfassungsrechtlicher Bedenken später zurückgezogen. Auf Insta­gram schrieb sie, es gebe sicher einige Dinge an dem Gesetz zu kritisieren, sie habe aber eine Stellungnahme unterzeichnen wollen, »um den Antisemitismus in Frankreich anzuprangern, unter dem ich seit meiner Kindheit täglich leide«.

Viele kennen Butch durch ihren Auftritt bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris. Sie erhielt deswegen zahlreiche sexistische und antisemitische Beschimpfungen und Morddrohungen.

Dazu kommt, dass sie fälschlich bezichtigt wird, geplant zu haben, an der später abgesagten Tel Aviv Pride 2025 mitzuwirken. Tatsächlich gab sie zu dem Zeitpunkt ein Konzert beim französischen Botschafter in Israel.

Viele kennen Butch durch ihren Auftritt bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris. Sie erhielt deswegen zahlreiche sexistische und antisemitische Beschimpfungen und Morddrohungen.

Zum Vorfall in Grenoble gab Butchs Anwalt bekannt, dass man gegen LFI mehrere Strafanzeigen wegen Aufrufs zu Hass und Gewalt einreichen werde, aber auch gegen das rechtsextreme Medienunternehmen Omerta und den mehrfach verurteilten Holocaustleugner Alain Soral. 300 in der französischen Öffentlichkeit bekannte Personen unterschrieben daraufhin einen offenen Brief, der das Vorgehen in Grenoble als antisemitisch verurteilte. Mathilde Panot, die Vorsitzende der LFI-Fraktion im französischen Unterhaus, kritisierte zwar die Aktion ihrer Partei­genoss:innen. Die von LFI-Mitgliedern verteilten Flugblätter, auf dem Butch mit blutverschmierter Davidsternflagge zu sehen ist, seien »schlecht«. Sie behauptete aber dennoch, dass es keinen Antisemitismus in den Reihen ihrer Partei gebe.