Das Tellerexperiment
Grasmilben. Haben wir schon über Grasmilben gesprochen? Dann wird es höchste Zeit. Grasmilben sind nämlich ein weiterer Grund, warum der direkte Kontakt mit der Natur, im vorliegenden Fall mit Gras und Rasenflächen, auf ein Minimum beschränkt gehört. Weil dort nämlich außer Wespen, Zecken und allerhand anderen unangenehmen Tieren (plus natürlich Brennnesseln und Disteln) auch Grasmilben auf Opfer lauern. Und sie aussaugen oder vielleicht auch nur beißen, was zu hässlichen und vor allem schmerzhaften roten Schwellungen führt, für die man im Sommer nun wirklich keine Zeit hat.
Das Perfide an Grasmilben ist außerdem, dass sie winzig und damit kaum zu sehen sind. Fast wie Vibrionen, nur halt an Land und nicht potentiell tödlich.
Das Perfide an Grasmilben ist außerdem, dass sie winzig und damit kaum zu sehen sind. Fast wie Vibrionen, nur halt an Land und nicht potentiell tödlich. Aber zum Glück gibt es einen einfachen Test, mit dem man sich vom Vorhandensein – oder Nichtvorhandensein – von Grasmilben überzeugen kann. Dazu muss man bloß einen möglichst weißen flachen Teller auf den Rasen der Wahl legen und abwarten. Nein, nicht so rum, andersrum, also mit der Standfläche nach oben. Grasmilben sind schließlich, wie wir eben gelernt haben, winzig, und den Rand eines Tellers zu erklimmen wäre sehr, sehr anstrengend für sie. Und natürlich muss verhindert werden, dass eine etwaige Grasmilbenkolonne ihren wagemutigen Aufstieg gleich wieder abbricht, weil ihr bereits die Füßchen wehtun.
Idealerweise belässt man es aber nicht beim Tellerexperiment, sondern legt gleich auch noch ein Blatt Papier auf den sonnenbeschienenen Rasen. Könnte ja sein, dass dort zufällig besonders faule Grasmilben wohnen, denen weite Ausflüge zuwider sind und die deswegen nur mal kurz gucken wollen, was da auf dieser wunderbaren weißen Fläche los ist. So geht Wissenschaft: akribisch planen, nichts dem Zufall überlassen.
Und dann, nach rund einer Viertelstunde, kann man auch schon nachschauen, ob sich Horden winzig kleiner rötlicher Pünktchen auf Teller und Papier vergnügen. Wenn ja, ist das ein deutliches Zeichen für das, was man immer schon wusste, nämlich dass jeglicher Kontakt zwischen Rasen und Haut unterbleiben sollte. Im vorliegenden Fall waren zwar keine Grasmilben zu sehen, aber das heißt ja noch lange nicht, dass zwischen den Grashalmen nicht andere Gefahren lauern.