Die Sehnsucht des Wählers nach dem Untergang
In dem Buch »Der Weg zur inneren Einheit. Elemente des Massenbewußtseins 1990« hat Wolfgang Pohrt längere Interviews mit drei Personen versammelt, die exemplarisch deutsche Charaktere aufzeigen, die auf unterschiedliche Weise Anspruch auf Unzurechnungsfähigkeit erheben können. Herr A., der für die rechtsextremen Republikaner ins Parlament gewählt wurde, war promovierter Ingenieur, der bei einer großen Firma arbeitete und in einer teuren Gegend wohnte. Pohrt charakterisiert ihn als Psychotiker, der »nicht alle drei Monate einen großen Schub bekommt, sondern in 20 Minuten vier kleine. Wahnhaftes und normales Denken sind bei ihm unauflöslich miteinander vermischt, und als grundlos kann man seine Sorge um die eigene Identität daher nicht bezeichnen.« Herr A. machte sich Sorgen, dass Ausländer den deutschen Volkskörper infizieren könnten. Originalton: »Im Grunde genommen ist, je fremdländischer jemand aussieht, desto stärker die Chance, dass im anderen Menschen sich eine Abwehrhaltung aufbaut. Nämlich letzten Endes der Ausländer, der aussieht wie wir, der verschwimmt, den können Sie gar nicht als Ausländer identifizieren. Man hat dann gar nicht die Allergie, die sich sonst ausbildet. Allergie richtet sich gegen Fremdstoffe.«
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