Jungle+ Artikel 06.08.2026
CSD-Attentäter und "Islamischer Staat"

Mord als Programm

Nach dem Attentat auf den Berliner CSD wird recht abstrakt über die Gefahr des Islamismus diskutiert. Der Täter wollte sich allerdings dem »Islamischen Staat« anschließen, dem es im Kern um die Ermordung ganzer Bevölkerungsgruppen geht.

Vor zwölf Jahren begann der Völkermord des »Islamischen Staats« (IS) an den Yezidinnen und Yeziden in der Sinjar-Region. Für die Überlebenden ist er bis heute nicht überwunden, noch immer leben jüngsten Zahlen zufolge knapp 150.000 in Flüchtlingslagern, weitere 190.000 verstreut in der Region. In so gut wie jeder Familie sind Opfer zu beklagen und Tausende von Mädchen und Frauen, die 2014 verschleppt und systematisch missbraucht wurden, sind noch immer vermisst.

Diese Gräuel sind keineswegs die einzigen, die der IS verübt hat, zu dessen Programm die Vernichtung all jener gehörte, die nicht der reinen sunnitischen Lehre des Islam seiner Lesart angehörten. Dazu gehörten auch Tausende irakischer Soldaten, deren Pech es war, zur islamischen Strömung der Schia zu gehören.

Wer im damaligen sogenannten Kalifat des IS angeklagt wurde, »Sodomit« zu sein, wurde umgehend zum Tode verurteilt und oft medienwirksam von Hochhäusern gestürzt

Eine andere Gruppe, der der IS das Lebensrecht abspricht, sind Homosexuelle. Wer im damaligen sogenannten Kalifat des IS angeklagt wurde, »Sodomit« zu sein, wurde umgehend zum Tode verurteilt und oft medienwirksam von Hochhäusern gestürzt. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass in Berlin die Parade zum Christopher Street Day Ziel eines IS-Terroranschlags wurde.

Am Wesen des IS besteht kein Zweifel

Der IS hat nie einen Hehl aus seinen Verbrechen gemacht, sondern sie im Gegenteil dokumentiert, über seine Medien verbreitet und sich ihrer gerühmt. Wer sich im Jahr 2025 dieser Organisation anschließen wollte, tat dies nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer äußersten Brutalität, die sie auch von anderen Islamisten unterschied.

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