Jungle+ Artikel 06.08.2026
Anschlag auf den Christopher Street Day

Wo die Tat herkommt

Das Attentat auf den Christopher Street Day in Berlin wurde von einem islamistischen Überzeugungstäter verübt, der seine schon lange gehegten Mordphantasien als Rekrut des »Islamischen Staats« ausleben wollte. Die Verwurzelung seiner Tat in seiner Religion zu verleugnen, ist kontraproduktiv und falsch, ebenso wie die Forderungen nach mehr Abschiebungen, die nicht nur von rechtsaußen erhoben werden.

Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin am 25. Juli war in den Medien viel von der kleinkriminellen Biographie des Täters die Rede. Der 21jährige Abdul Ballout war schon als Kind durch Gewalt aufgefallen, wurde als Teenager wegen Körperverletzung und Raub zu Sozialstunden verurteilt, verließ die Schule ohne Abschluss, und lebte mit seinen drei Schwestern und seiner libanesischstämmigen, religiösen Mutter in einer Wohnung in Berlin-Schöneberg. Am 25. Juli fuhr er mit einem Transporter in eine Menschenmenge im Tiergarten und schlug danach mit einer Machete um sich. Er tötete eine Frau und verletzte 31 Personen.

Die Motive für diesen Anschlag lassen sich nur mit Blick auf das jihadistische Milieu erklären, dem er angehörte. Zwei seiner Cousins starben als Kämpfer des »Islamischen Staats« (IS), Ballout soll sie verehrt haben. Schon 2021 soll er den deutschen Behörden zufolge mit Salafisten auf der Straße versucht haben, Menschen zu missionieren. Damals sei er vom schiitischen zum sunnitischen Islam konvertiert und tauchte er in den Dunstkreis des Terrorismus ein. 2025 reiste er schließlich in den Libanon, um sich dem IS anzuschließen, wurde festgenommen und bald wieder nach Deutschland abgeschoben.

In einem Internet-Video rezitiert der Attentäter der »Welt« zufolge den Koranvers: »Die Sittenlosen werden wahrlich in einem Höllenbrand sein, dem sie am Tag des Gerichts ausgesetzt werden.«

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