13.08.2026
Linkspopulist gewinnt Vorwahl der Demokraten in Michigan

Linkspopulistischer Taktgeber

Dieses Wahlergebnis ist bedeutsam: Die Demokraten schicken mit Abdul El-Sayed einen linken Kandidaten ins Rennen um den bei den Zwischenwahlen im November zu vergebenden Senatssitz des US-Bundesstaats Michigan. Der 41jährige Epidemiologe setzte sich in der parteiinternen Vorwahl Mitte voriger Woche mit nur einem Prozentpunkt Vorsprung gegen Haley Stevens durch, die von der Parteiführung unterstützt wurde. Der demokratische Amtsinhaber Gary Peters trat nicht mehr an. Sollte El-Sayed gegen den Republikaner Mike Rogers gewinnen, würde er der erste US-Senator muslimischen Glaubens.

Wie viele linke De­mok­rat:in­nen vertritt El-Sayed antizionistische Positionen. Nach seinem Sieg wählte El-Sayed große Worte: »Mein Einsatz für die Sicherheit jüdischer Menschen ist derselbe Einsatz wie der für die Sicherheit meiner eigenen Töchter.«

El-Sayed nutzte im Wahlkampf einfache Botschaften: »Geld raus aus der Politik, Geld rein in eure Taschen und Krankenversicherung für alle.« Damit spielte er auch darauf an, dass die proisraelische Lobbyorganisation Aipac die Kampagne seiner Konkurrentin Stevens mit einer Rekordsumme von 30 Millionen US-Dollar unterstützte. Wie viele linke De­mok­rat:in­nen vertritt El-Sayed antizionistische Positionen. Nachdem er den Anschlag auf eine Synagoge in West Bloomfield mit israelischen Luftangriffen im Libanon in Verbindung gebracht hatte, kritisierte ihn die Rabbinerin der betroffenen Gemeinde Jen Lader scharf. Nach seinem Sieg wählte El-Sayed große Worte: »Mein Einsatz für die Sicherheit jüdischer Menschen ist derselbe Einsatz wie der für die Sicherheit meiner eigenen Töchter.«

Bei den Wahlen im November wird ein Drittel der Senatssitze neu vergeben. El-Sayeds Abschneiden ist dabei doppelt bedeutsam. Die Demokraten brauchen den Sitz in Michigan, um die Senatsmehrheit von den Republikanern zurückzuerobern und damit US-Präsident Donald Trump erheblich zu schwächen. Im Falle eines Siegs wäre zudem ein zentrales Argument des Parteiestablishments entkräftet, wonach Kan­di­dat:in­nen des linken Parteiflügels zwar an den urbanen Küsten erfolgreich sein könnten, nicht aber im Landesinneren. Gewinnt El-Sayed, wäre erwiesen: Linkspopulismus kann auch in einem Flächenstaat erfolgreich sein.