»Wir sind hier kein Experimentierfeld«
Sachsen-Anhalt genießt in den bundesweiten Medien derzeit erhöhte Aufmerksamkeit als das Bundesland, in dem erstmals eine von der AfD geführte Landesregierung möglich erscheint. Wie fühlt sich das an?
Ich finde es verständlich, dass nicht nur bundesweit, sondern auch international die Augen auf uns gerichtet sind. Aber ich teile die Position nicht, dass hier alles auf eine AfD-Landesregierung hinausläuft. Wenn ich im Land unterwegs bin, dann spüre ich, wie groß die Ablehnung dieser Partei ist, dann erlebe ich ein Land, das so politisch ist wie lange nicht, dazu eine große Angst vor der Möglichkeit einer Regierungsübernahme der AfD. Ich erlebe eine engagierte Zivilgesellschaft aus Kunst, Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft, queerer Szene und vielen Frauen, die sich der Folgen einer Regierungsübernahme der AfD nur allzu bewusst ist. Gemeinsam mit diesen Menschen kämpfen wir dafür, dass es nicht dazu kommt.
»Wenn man im ländlichen Raum lebt, wo es keinen ausreichenden ÖPNV gibt, wo Krankenhäuser, Kitas und Schwimmbäder dichtgemacht werden, dann ist man tatsächlich abgehängt.«
Wie führen Sie diesen Kampf?
Indem wir präsent sind. Wir als Linkspartei sind seit Jahren vor Ort. Mit unserer Kampagne »Heiße Suppe gegen soziale Kälte« stehen wir immer wieder im öffentlichen Raum. Wir gehen bewusst gerade in ländliche Gebiete, führen Gespräche mit den Menschen und zeigen, dass wir für ihre Interessen einstehen. Bei diesen Veranstaltungen sehen Menschen, dass sie nicht allein sind, stellen fest, dass es auch andere vor Ort gibt, die denken wie sie.
Umfragen zufolge kann die AfD aber trotzdem darauf hoffen, im September um die 40 Prozent der Stimmen zu erhalten. Welche Gründe sehen Sie dafür?
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