Jungle+ Artikel 20.08.2026
Der queere Horrorfilm »Teenage Sex and Death at Camp Miasma«

Das Comeback des Final Girl

Die Filme von Jane Schoenbrun drehen sich immer um queeres Begehren, so auch »Teenage Sex and Death at Camp Miasma«, in dem die Schauspielerin Gillian Anderson in einem wüsten Horrorfilm-Setting wieder einmal unter Beweis stellt, dass sie eine lesbische Ikone ist.

Gillian Anderson ist ein queeres Idol. Das ist gar nicht so sehr der Tatsache geschuldet, dass sich die US-amerikanische Schauspielerin vor einigen Jahren als bisexuell outete. Vielmehr hat sich aufgrund ihrer Rollen und ihres Engagements für LGBTQ-Rechte eine queere Fangemeinde um sie geschart. Das begann bereits mit ihrer Rolle der FBI-Agentin Dana Scully in der Mystery-Serie »Akte X«. Scully ist zwar heterosexuell angelegt, doch mit ihrem Don’t-Fuck-with-Me-Blick, ihrem rationalen Scharfsinn und der unterkühlten Spießigkeit war sie eine der spannendsten Frauenfiguren im Fernsehen der neunziger Jahre – ein klarer Gegenentwurf zu den hypersexualisierten »Baywatch Babes« am Strand von Malibu oder den Klischee-Teens in »Beverly Hills 90210«. Viele Frauen erkannten damals durch ihre Faszination für Scully, dass sie selbst homosexuell sind. So titelte die auf Serien spezialisierte Popkultur-Plattform Decider vor fünf Jahren: »In Praise Of Gillian Anderson’s Dana Scully: The Gateway Lesbian of Choice for Mil­lions« – Scully als eine Art lesbische Einstiegsdroge für Millionen.

Von 2013 bis 2016 spielte Anderson in der britischen Krimiserie »The Fall – Tod in Belfast« die bisexuelle Ermittlerin Stella Gibson. Danach folgte mit der Coming-of-Age-Serie »Sex Education« eine weitere vielfach gefeierte Rolle. Darin ist sie als Sexualtherapeutin Dr. Jean Milburn zu sehen, die ihrem verklemmten Sohn und dessen (queeren) Schul­freund:innen bei ihrer sexuellen Selbstfindung beisteht. Hinzu kommt, dass sie das in Los Angeles ansäs­sige Trevor Project unterstützt, ein Beratungstelefon für suizidgefährdete queere Jugendliche. Kein Wunder, dass im Internet längst ein Meme mit dem Titel »Gillian Anderson made me gay« die Runde macht.

Schoenbrun bedient sich aus dem Baukasten der Slasher-Genres, um ihre ganz eigene Faszination für jene filmischen Gewaltorgien zu zeigen, die immer auch von Misogynie, Homo- und Transphobie durchzogen waren.

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