Jungle+ Artikel 27.08.2026
Wirtschaftskrise im Iran

Zermürben statt bomben

Der Iran kann die Straße von Hormuz weiterhin bedrohen, doch der große globale Ölpreisschock ist ausgeblieben. China, die Golfstaaten und die Ölmärkte haben begonnen, sich auf die Blockade einzustellen, während die USA ihre Sanktionen gegen den Iran verschärfen, der immer tiefer in die Krise rutscht.

Sechs Monate nach Beginn des Kriegs zwischen den USA und dem Iran und seinem Wechselspiel von Verhandlungen und militärischer Eskalation ist der Ausgang weiterhin nicht abzusehen. Zuletzt haben die USA den Schwerpunkt jedoch deutlich verschoben: eine Seeblockade, Finanzsanktionen und der Druck auf Staaten, die weiterhin mit dem Iran handeln, sollen dessen Einnahmen und internationale Finanzverbindungen kappen. US-Finanzminister Scott Bessent behauptete, der verstärkte wirtschaftliche Druck mache eine Rückkehr zu einem großen Militäreinsatz weniger wahrscheinlich. Am Donnerstag vergangener Woche kündigte er nach der seit Juli anhaltenden Blockade iranischer Häfen eine neue Phase der »härtesten Sanktionen der Geschichte« an. Ziel sei es, die Islamische Republik zum »Kollabieren« zu bringen.

Schon im April sanktionierte das US-Finanzministerium im Rahmen der »Operation Economic Fury« die private chinesische Raffinerie Hengli Petrochemical sowie rund 40 Reedereien und Schiffe, die nach US-Angaben am iranischen Ölhandel beteiligt sind. In den folgenden Monaten weitete die Regierung die Maßnahmen auf Wechselstuben, Schattenbanken, die größte iranische Krypto-Börse und weitere ausländische Unternehmen aus, über die der Iran seine Öleinnahmen ins Land transferiert.

US-Präsident Donald Trump geht inzwischen über die Forderung nach freiem Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz hinaus. Mitte August sprach er davon, die Meerenge als »amerikanisches Territorium« zu betrachten. 

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