Jungle+ Artikel 03.09.2026
Pussy Riot Mitglied Margarita Konowalowa

Erpresst vom FSB

Die russische Aktionskünstlerin Margarita Konowalowa alias Rita Flores, Mitglied der feministischen Punkband Pussy Riot, konnte sich jüngst ins Ausland absetzen. Nun enthüllt sie detailreich, wie der russische Inlandsgeheimdienst FSB sie zu Spitzeldiensten nötigte.

Was wäre ein autoritäres System wie das in Russland ohne seine Spitzel? Wie viele es von ihnen gibt, lässt sich nur schätzen, die Zahlen unterliegen strengster Geheimhaltung. Es liegt nahe, dass die Spitzel sich nicht unbedingt aus freien Stücken anwerben lassen, und ebenso, dass durch erzwungene Zusammenarbeit mit dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB das Leben der Rekrutierten völlig auf den Kopf gestellt wird. Details darüber werden selten bekannt, weil Betroffene über ihre Situation nicht reden dürfen, nicht können und sich oft auch dann nicht dazu durchringen können, an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn sie sich aus den Fängen staatlicher Erpressung befreit haben. Eine von denen, die zur Spitzeltätigkeit genötigt wurden, hat kürzlich das Schweigen gebrochen.

»Hallo, hier ist immer noch Rita Flores, und vor über drei Jahren wurde ich vom FSB rekrutiert.« Mit diesem lakonischen Satz beginnt die politische Aktionskünstlerin einen Ende August veröffentlichten Beitrag auf ihrem Instagram-Profil. Flores, geboren als Margarita Konowalowa, wollte mit der Offenlegung ihrer Geschichte nicht einfach nur ein Tabu brechen, sondern vor allem, wie sie sagt, Menschen, die sich in der gleichen Lage befinden, ermutigen, sich kompetente Hilfe zu holen. Ohne solche Unterstützung würde sie selbst sich immer noch in Moskau befinden, so Flores, der vor wenigen Wochen die Flucht ins Ausland gelang.

Sollte sie nicht kooperieren, werde sie »spurlos verschwinden«, sei Flores klar gesagt worden. Der FSB-Offizier habe ihr unter anderem die Ermordung ihrer Angehörigen in Aussicht gestellt.

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