Jungle+ Artikel 17.09.2026
Anti-KI-Protest

Das Unbehagen an den Rechenzentren

Der Protest gegen den Bau von Rechenzentren wächst, insbesondere in den USA, wo die Bevölkerung sie über alle politischen Lager hinweg mit großer Mehrheit ablehnt. Das ist auch eine Reaktion auf befürchtete gesellschaftliche Folgen der KI-Technologie. Die Besorgnisse reichen von wachsender Arbeitslosigkeit über Klimaschäden bis hin zum Weltuntergang.

Ohne Rechenzentren kein Internet: In ihnen befinden sich die Server, die für Websites, Cloud-Dienste und vieles mehr benötigt werden. Damit sind sie seit Jahrzehnten zentraler Bestandteil der IT-Infrastruktur. Seit einigen Jahren steigt wegen des Booms der KI-Programme die Zahl der Rechenzentren jedoch weltweit – und sie fallen immer größer aus: Galt bis vor kurzem noch ein Rechenzentrum mit einer Leistung von fünf bis zehn Megawatt als groß, erreicht die aktuelle Generation bereits 200 bis 500 Megawatt, teilweise sogar schon ein Gigawatt Leistungsstärke.

In Deutschland hat Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) das Ziel ausgegeben, die Gesamtleistung eigener Rechenzentren bis 2030 zu verdoppeln. Das Ziel ist »Souveränität« und Unabhängigkeit von US-amerikanischen IT-Konzernen, auch in Hinblick auf die Unzuverlässigkeit der US-Regierung unter Präsident Donald Trump. In Deutschland gibt es derzeit etwa 2.000 Rechenzentren, darunter rund 100 besonders große. Konkret geplant sind derzeit 99 weitere, von denen sich 41 bereits im Bau befinden. An einem guten Fünftel der Projekte sind allerdings nach einer Auswertung von NDR und Süddeutscher Zeitung US-Konzerne wie Amazon oder Microsoft beteiligt, obwohl gerade das vermieden werden soll. Laut Ralph Hintemann, Experte am Borderstep-Institut, das die Bundesregierung bei der sogenannten Nationalen Rechenzentrumsstrategie berät, sollte Deutschland ausschließlich mit europäischen Unternehmen zusammenarbeiten. Das ist offenbar nicht so einfach.

Rechenzentren sind extrem hässlich. Sie bestehen in der Regel aus mehreren fensterlosen Gebäudeblöcken, jeder bis zu 25 Meter hoch, auf einer Fläche von Dutzenden Fußballfeldern.

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