Jungle+ Artikel 01.10.2026
Kampf für armenische Bürgerrechte in der Türkei

Die blinden Flecken der Erinnerung

In der Türkei leben noch etwa 50.000 Ar­me­nier:in­nen, vor allem in der größten Stadt Istanbul. Viele davon setzen sich für eine türkische Anerkennung des Genozids an den Ar­me­nier:in­nen sowie gegen Diskriminierung und Gewalt ein.

Istanbul. Es sind düstere Zeichnungen, Kohle auf recyceltem grauem Papier. Die Silhouette eines Jungen, der in einem Buch liest. Er sitzt auf einer Mauer, fast wie an einer Himmelspforte, allein, entrückt über den Wolken. Ein anderes Motiv zeigt einen Mann, der an einem Bahnhof ein Kind zurücklässt. Die Figuren sind nur Silhouetten und dennoch sehr prägnant. Eine tiefe Einsamkeit und Traurigkeit prägt die Bilder.

Das Papier hat die armenisch-türkische Künstlerin Talin Gülen Schenk selbst hergestellt. Oft verwendet sie dafür alte Ausgaben der armenischen Wochenzeitung Agos. »Das ist meine Art der Erinnerungskultur«, sagt sie. »Das ist die Zeitung, die fast alle Armenier in der Türkei lesen. Die einzige, die uns zum Thema hat.«

Die Zeitung Agos wurde 1996 in Istanbul gegründet und erscheint zweisprachig, manche Seiten auf Türkisch, manche auf Armenisch. Die Zeitung macht armenisches Leben öffentlich: Schulen und Kirchen, Eigentumsfragen und Kulturerbe, Diskriminierung, aber auch von Zerrissenheit geprägte Familiengeschichten.

Agos wurde 1996 in Istanbul gegründet und erscheint zweisprachig, manche Seiten auf Türkisch, manche auf Armenisch. Die Zeitung macht armenisches Leben öffentlich: Schulen und Kirchen, Eigentumsfragen und Kulturerbe, Diskriminierung, aber auch von Zerrissenheit geprägte Familiengeschichten.

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