Der Berliner Club »Schwuz« hat Insolvenz angemeldet. Vor fast 50 Jahren ist er aus der politischen Schwulenszene Westberlins hervorgegangen und wurde unter anderem als Zentrum der Trümmertuntenkultur berühmt.
Der US-amerikanische Schriftsteller Ocean Vuong hat seinen neuen Roman »Der Kaiser der Freude« vorgelegt – und bietet seinem linksliberalen Publikum genau das Level an Rührseligkeit und vermeintlich tiefschürfenden Einsichten, das es haben will.
Die Schriften Sigmund Freuds zogen schon immer Kritik auf sich, heutzutage kommt diese vor allem aus antirassistischen und feministischen Kreisen. Der Geschlechterforscher und Schauspieler Thiemo Strutzenberger hat in seinem Buch »Verwendung von Freud« die Psychoanalyse wissenshistorisch eingeordnet und untersucht, inwiefern diese Vorwürfe auch auf Fehllektüren beruhen. Dabei betont er die Offenheit von und die Ambivalenzen in Freuds Text.
Vor 50 Jahren erschien die Studie »Der gewöhnliche Homosexuelle« der Sexualwissenschaftler Martin Dannecker und Reimut Reiche. Mit Hilfe vor allem psychoanalytischer Theorie interpretierten sie darin empirisches Material und zeichneten zum ersten Mal in der Bundesrepublik ein umfassendes Bild vom Leben der Schwulen. Was die Studie damals bedeutete und was sich seitdem in Sachen Schwulenemanzipation getan und auch nicht getan hat.
Nach neun Jahren haben Placebo ein neues Album aufgenommen, auf dem es rätselhaft zugeht. Eine beachtliche Stellung kommt der Stimme des Sängers Brian Molko zu.
Der erste Roman von Friedo Lampe wurde von den Nazis noch verboten, später arbeitete er jedoch als Lektor im »gleichgeschalteten« Verlagswesen. Die Texte des Schriftstellers, über den jetzt eine Biographie erschienen ist, zwingen zu einer Neubewertung der literarischen Moderne.
»Die Geständnisse des Fleisches«, der vierte Band von Michel Foucaults Studie »Sexualität und Wahrheit«, ist in diesem Jahr erstmals in Deutschland erschienen. Dieser Band liefert Argumente gegen den postfoucaultianischen Kulturrelativismus.
»Coming Out«, der erste Film über Homosexualität in der DDR, feierte seine Premiere am Abend des Mauerfalls.
Über die Schwulenbewegung im Osten und homosexuelle Melancholie.
Die Literaturwissenschaftlerin Avital Ronell steht im Verdacht, sich gegenüber einem Studenten übergriffig verhalten zu haben. Die linksakademische Prominenz, allen voran Judith Butler, springen ohne genaue Kenntnis des Falls für Ronell in die Bresche.
Warum Rationalität und Irrationalität in ihrem dialektischen Verhältnis verstanden werden müssen und wieso die »postsäkulare Theorie« dies tunlichst vermeidet.
Dem Werk des Schriftstellers Hubert Fichte widmet sich derzeit ein Ausstellungsprojekt, deren Macher ihn als queeren und postkolonialen Vordenker begreifen. Diese Leseart aber verführt dazu, zentrale Momente der Literatur Fichtes zu übersehen.