Donnerstag, 04.12.2025 / 09:16 Uhr

Menschen als Müll

Wie kann, fragt eine Frau irgendwo aus der tiefsten amerikanischen Provinz auf ihrem FB Account, "unser Präsident sich ein Christ nennen, wenn er Menschen als Abfall bezeichnet? Kein einziger Mensch kann für einen Christen Abfall sein."

Zur Erinnerung: Vorgestern hat Donald Trump Somalis in den USA als garbage bezeichnet, den er los werden wolle.

Eigentlich ist es so einfach. Aber selbst diese Frau macht sich dieser Tage vermutlich verdächtig, ob sie vielleicht gar Kriminalität herunterspielt oder beschönigt, es heimlich mit Islamisten hält oder ähnliches.
Andere trennen da lieber, weil sie, statt an christliche Werte zu glauben, es lieber mit der amerikanischen Verfassung halten und betonen, dass schließlich 80% der so inkriminierten Somalis doch amerikanische Staatsbürger seien. Sind also nur die verbleibenden 20% Müll, der entsorgt gehört?

Ein Journalist fragte die Sprecherin des DHS, Tricia McLaughlin, wie viele Somalis in Minnesota "could be considered garbage" und bekam keine konkrete Antwort, außer einen Vortrag über Kriminalität und dass es "not about politics" sondern "about public safety" ginge.

Sie bekam nicht einmal mehr, wie die New Republic feststellte, die bislang üblichen Floskeln über die Lippen, dass es da keineswegs um "law abiding American citizens" ginge, sondern nur um eine Gruppe von "illegal and criminal aliens" oder was sie sonst noch zu sagen pflegen.
Nun sind also ganz offiziell dekretiert Somalis in den USA "Müll" und was man mit Müll macht, dürfte klar sein: Man entsorgt ihn.

Da bislang sich der Aufschrei gegen diese Klassifizierung von Menschen seitens der Kirchen, der Politik und überhaupt der größten Teile der Gesellschaft nicht nur in den USA, sondern auch in Europa, ausgeblieben ist, kann man davon ausgehen, dass er auch nicht mehr kommen wird.

Wer möchte schon dem Präsidenten der mächtigsten Nation der Welt widersprechen, wer riskieren am Ende gar im Verdacht zu stehen, es gar mir "criminal aliens" zu halten? Und vielleicht meinen Trump und seine MAGAs es ja gar nicht so und drücken nur etwas zu radikal aus?

Die Frau aus der amerikanischen Provinz, die es mit ihrem christlichem Glauben offenbar noch halbwegs ernst meinst dagegen hat es begriffen: Kein einziger Mensch darf als Müll bezeichnet werden oder die Idee, die dem Christentum zugrunde liegt, ist annulliert.
Man muss weder Christ oder überhaupt religiös sein, um dem zuzustimmen. Es sollte selbstverständliche Maxime des eigenen Handelns und Denkens sein.