Bäume gegen Klimawandel

Lasst Billionen Bäume blühen

Forscher der ETH Zürich behaupten, einen simplen Weg gefunden zu haben, den Klimakollaps abzuwenden: Bäume anpflanzen.
Kolumne Von

Welt gerettet! Klimakollaps abgewendet! So ungefähr klangen die Schlagzeilen zu einer jüngst veröffentlichten Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, die einen scheinbar simplen Ausweg aus der globalen Krise empfiehlt: Bäume pflanzen. Mit über einer Billion davon in Gegenden, die ohnehin niemand braucht, ließen sich laut Pressemitteilung etwa zwei Drittel der menschengemachten CO2-Emissionen aus der Atmosphäre entfernen.

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Also los, jeder schnappt sich einen Spaten und 200 Setzlinge, dazu gibt es noch Solardächer und Elektroautos für alle, und schon kann die Menschheit wieder zur Tagesordnung übergehen. Das klingt zu schön, um wahr zu sein – und ist es auch. Zahlreiche Klimaforscher kritisieren, die Rechnung vernachlässige, dass natürliche CO2-Puffer wie die Ozeane das Treibhausgas zwar aufnehmen, aber auch mehr davon wieder freisetzen, wenn es an anderer Stelle aus dem System verschwindet.

Dies mit einkalkuliert, entsprächen die 200 Gigatonnen CO2, die all die noch zu schaffenden Wälder laut der Studie aufnehmen könnten, höchstens einem Drittel der Menschheitsemissionen. Der bisherigen, wohlgemerkt: Der zukünftige Ausstoß in den 50 bis 100 Jahren, die so ein Baum für seinen Job als Kohlenstoffsenke braucht, wird in der Studie ebenfalls nicht berücksichtigt. Zudem räumen die Autorinnen und Autoren selbst ein, dass nicht klar sei, ob alle Flächen, die sie sich zur Aufforstung ausgeguckt haben, tatsächlich dafür geeignet sind.