Deutsches Haus #28/2020

Wie aus einem Bericht der Rheinischen Post vom 2. Juli hervorgeht, spielte der Besitzer ­eines Kölner Imbisslokals (Nordrhein-Westfalen) am Tag zuvor in hoher Lautstärke das »Deutschlandlied« ab, stellte sich auf den Bürgersteig vor sein Geschäft, erhob den Arm zum Hitlergruß und sang die erste Strophe des Lieds. Als eine Passantin sich beschwerte, beschimpfte er sie als »Scheißausländerin«. Die Polizei nahm den 47jährigen vorübergehend in Gewahrsam. Gegen ihn wird wegen Volksverhetzung ermittelt. Angaben der Kölner Polizei zufolge dient das Imbisslokal als Treffpunkt für den »Begleitschutz Köln«, eine rechtsextreme Gruppe aus dem Hooligan- und Türstehermilieu. Wie aus einem Bericht auf der Website des NDR hervorgeht, fuhr ein 21jähriger am 1. Juli in Hamburg mit dem Bus zu seiner Arbeitsstelle. Ein unbekannter Fahrgast beleidigte ihn auf rassistische Weise und bezeichnete ihn unter anderem als »Affen«. Nachdem beide ausgestiegen waren, wählte der junge Mann den polizeilichen Notruf und wollte den Unbekannten bis zum Eintreffen der Beamten festhalten. Ein Polizist sagte dem 21jährigen am Telefon jedoch, es sei nicht nötig, mit Blaulicht anzurücken, um den Fall zu klären. Er solle sich das Kennzeichen des Busses notieren und dann Anzeige erstatten. Ein Polizeisprecher sagte dem NDR, das Handeln des Beamten sei richtig gewesen, denn so habe dieser eine Eskalation verhindert. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen. Am 30. Juni berichtete die Stuttgarter Zeitung über rassistische Anfeindungen gegen den Basketballspieler Quirin Emanga. Der ehemalige Spieler des Bundesligisten MHP Riesen Ludwigsburg, der zurzeit in den USA studiert, hatte auf Instagram Fotos veröffentlicht, die ihn mit einer Freundin aus Kindertagen auf einem Spaziergang in Karlsruhe (Baden-Württemberg) zeigen. Daraufhin erhielt die Freundin die Nachricht: »Warum hängst du mit Asylanten ab?« Unbekannte schrieben an Emanga unter anderem: »Ihr Asylanten belästigt mitten in der Stadt Frauen.« Zudem drohten sie ihm mit Gewalt. Wie die Berliner Polizei berichtete, traf ein 29jähriger am frühen Morgen des 28. Juni an einer Tankstelle im Ortsteil Köpenick auf zwei Unbekannte. Diese beleidigten ihn auf rassistische Weise. Als er die Fahrt fortsetzte, folgten sie ihm in ihrem Wagen. Der 29jährige fuhr zu einer Polizeiwache und erstattete Anzeige. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt. mst

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