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Wie man Vögel beobachten kann, auch wenn man nicht mehr gut zu Fuß ist

Ornithologie von zu Hause

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Fans aus aller Welt trauern um das drittjüngste Küken einer in einem südenglischen Naturschutzgebiet ansässigen Fischadlerfamilie.

Platsch. Trotz Dauerregen und Windböen war im Livestream gut zu hören gewesen, dass 3R6 nicht auf einem Ast, sondern im Wasser landete. Kurz darauf wurde das drittjüngste Küken der in einem südenglischen Naturschutzgebiet ansässigen Fischadlerfamilie dabei beobachtet, wie es Richtung Land schwamm, was wohl recht professionell aussah, denn es benutzte seine Flügel zum Kraulen.

Gleichwohl machten sich die Fans der »Manton Bay Ospreys«-Live-Schalte umgehend große Sorgen, denn danach war von dem erst zwei Tage zuvor flügge gewordene Jungvogel nichts mehr zu hören oder zu sehen gewesen.

Loszuziehen, um nachts bei Dreckswetter und völliger Dunkelheit in unwegsamem Gelände einen verunglückten Fischadler zu suchen, sei zwar ein verständlicher Impuls, versetze die anderen Tiere aber in Panik.

Während manche die umgehende Entsendung von Suchtrupps for­derten, blieben die meisten der bei Youtube versammelten Vogelbeobachter allerdings realistisch: Loszuziehen, um nachts bei Dreckswetter und völliger Dunkelheit in unwegsamem Gelände einen verunglückten Fischadler zu suchen, sei zwar ein verständlicher Impuls, versetze die anderen Tiere aber in Panik.

Und das könne beispielsweise dazu führen, dass Sorgenküken 3R8 verfrüht seinen ersten Flug versuche, der dann womöglich ebenfalls kein gutes Ende nähme. Durch die moderne Technik sei es zwar mittlerweile möglich, bequem von zu Hause aus die Wiederansiedlung von in Großbritannien noch vor einigen Jahren fast ausgestorbenen Tierarten zu verfolgen – direkte Interventionen hätten jedoch zu unterbleiben.

Genaue Todesursache noch unbekannt

Am frühen Montagmorgen machte sich dann der renommierte Vogelforscher Tim Mackrill auf den Weg. Es dauerte wohl ein bisschen, bis er 3R6 gefunden hatte, der tot in einem Uferbereich lag. Die genaue Todesursache ist noch unbekannt; eine Wunde unterhalb seines Halses könnte durch den Angriff eines anderen Vogels verursacht worden sein, der ihn abseits der Kameras womöglich im Flug angegriffen hat.

Oder vielleicht auch nicht, die Vogelbeobachter-Community will mehrheitlich lieber auf das Ergebnis der Obduktion warten, als zu spekulieren. Was daran liegen könnte, dass die meisten ihr Hobby nicht erst seit gestern ausüben. Einige erzählten sogar, wie sehr sie sich darüber freuen, nun, mit weit über 80 Jahren und weitgehend immobil, trotzdem noch Vögel angucken zu können, und das sogar, ohne nass zu werden.