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Tiranke Diallo
2026/07 Tiranke Diallo vom Verein Mama Afrika im Gespräch über den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung

»Hinter verschlossenen Türen geschieht vieles, was wir nicht sehen«

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) wird auch Mädchen in Deutschland angetan. Die »Jungle World« sprach mit Tiranke Diallo, die seit langem gegen die Praxis kämpft, unter anderem als Vorstandsvorsitzende des Vereins Mama Afrika und im Zuge des Präventionsprojekts Chain der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes.
Nora Bussigny spricht in ein Mikro
2026/06 Nora Bussigny, französische Journalistin, im Gespräch über ihre Recherchen im »propalästinensischen« Milieu

»Man hört nur die Betroffenen, die ins Narrativ passen«

Die Französin Nora Bussigny ist investigative Journalistin. Nach einer längeren Recherche zu sogenannten woken Milieus beobachtete und dokumentierte sie seit dem 7. Oktober zahlreiche »propalästinensische« Proteste. Seit mehreren Wochen stehen ihre öffentlichen Auftritte unter Polizeischutz, ihr Buch »Les Nouveaux Antisémites« (Die neuen Antisemiten) erregt Aufsehen. Die »Jungle World« sprach mit Bussigny über anti­zionistische Netzwerke und linke Milieus in Frankreich.
Junge Frau mit schwarzem MNS, gelbes Fußblalltrikot, im Hintergrund Sitze einer Stadiontribüne
2026/05 Josephine von Empty Stands im Gespräch über das Leben mit ME/CFS

»Wir sind nicht einfach nur müde«

Seit einer Covid-Erkrankung vor dreieinhalb Jahren ist Josephines Leben von ME/CFS bestimmt, einer neuroimmunologischen Multisystemerkrankung, die zu extremer, anhaltender Erschöpfung führt. Was für sie früher selbstverständlich war, ist seither nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich – etwa der Stadionbesuch bei Borussia Dortmund. Die »Jungle World« sprach mit der 24jährigen über ihren Alltag und die von ihr mitgegründete Selbsthilfegruppe Emp­ty Stands.
Die Angeklagten (2.v.l. und r) sitzen zu Beginn des Revisionsverfahren im Fretterode-Prozess im Landgericht neben ihren Anwälten Nicole Schneiders (M) und Wolfram Nahrath (2.v.r.).
2026/04 Sven Adam, Rechtsanwalt, im Gespräch über den sogenannten Fretterode-Prozess

»Es herrscht eine gewisse Resignation«

Vor dem Landgericht Mühlhausen wird seit dem 22. Dezember ein Angriff von Neonazis auf zwei Journalisten verhandelt. So weit, so normal könnte man meinen – der Angriff im thüringischen Fretterode fand jedoch bereits vor fast acht Jahren statt. Der Göttinger Rechtsanwalt Sven Adam vertritt einen der Geschädigten als Nebenkläger. Die »Jungle World« sprach mit ihm über das Versagen der Thüringer Justiz bei der Aufklärung der Tat.
Andreas Büttner guckt skeptisch
2026/03 Andreas Büttner, Brandenburger Antisemitismusbeauftragter, im Gespräch über die Angriffe auf ihn

»Antisemitische Gewalt darf nicht relativiert werden«

Gleich zwei Attacken trafen den Antisemitismusbeauftragten des Landes Brandenburg und Politiker der Linkspartei, Andreas Büttner, Anfang des Jahres. Zunächst war ein Brandanschlag auf einen Schuppen auf seinem Grundstück verübt und auf sein Wohnhaus zudem ein rotes Dreieck gemalt worden, das die Hamas und ihre Sympathisanten verwenden, um Feinde zu markieren. Kurz darauf ging beim Landtag in Brandenburg ein Brief mit einer Morddrohung gegen Büttner ein. Die »Jungle World« sprach mit Andreas Büttner über die Angriffe, die Reaktion seiner Partei auf diese und linken Antisemitismus.
Eine Frau in Nairobi, Kenia, nimmt antiretrovirale Medikamente. 1.12.2021
2026/01 Carina Dinkel, Medmissio, im Gespräch über die HIV-Versorgung in Uganda und Kenia

»Gesundheit ist kein nationales Gut, sondern ein globales«

Das US-amerikanische Programm President’s Emergency Plan for Aids Relief (Pepfar) hat lange maßgeblich die globale Bekämpfung von Aids finanziert. Das hat die Regierung Trump beendet. Carina Dinkel, Referentin von Medmissio, einem Institut für Gesundheit, war in Uganda und Kenia. Der »Jungle World« berichtet sie über die Auswirkungen des Zahlungsstopps für die beiden Länder.
Nazidemo mit jungen Frauen und Männern, Fahnen, Biersaufen
2025/51 Lotta Kampmann, Recherche Nord, im Gespräch über die Annäherung rechtsextremer Parteien an Jugendliche

»Kontrolle und Disziplinierung sind ein Bestandteil der Rekrutierung«

Lange schienen die rechtsextremen Jugendgruppen, die seit knapp zwei Jahren in Erscheinung treten, sich unabhängig von etablierten Parteistrukturen zu organisieren. Bei einer Demonstration der Kleinpartei »Die Heimat« Ende November in Berlin-Mitte trat nun auch die »Deutsche Jugend voran« auf. Die »Jungle World« sprach mit ­Lotta Kampmann vom Projekt »Recherche Nord« über die Annäherung rechtsextremer Parteien an neue Jugendmilieus.
Putin und Trump bei ihrem Treffen in Alaska im August
2025/50 Ein linker ukrainischer Soldat im Gespräch über den US-Friedensplan

»Die meisten Soldaten wollen Frieden, aber einen echten und dauerhaften Frieden«

Die Ukraine befindet sich im zermürbenden vierten Kriegswinter. Ein linker ukrainischer Soldat, der anonym bleiben möchte, erzählte der »Jungle World«, wie es ihm geht, was er von dem US-Friedensplan hält und was man an der Front empfindet, wenn Korruption im Hinterland ruchbar wird.
Judith Porath, der Geschäftsführerin des Opferperspektive e.V.
2025/49 Judith Porath, Verein Opferperspektive, im Gespräch über ausbleibende Finanzierungs­mittel

»Die einzige Anlaufstelle in der Lausitz, die die Perspektive der Opfer einnimmt, muss dann schließen«

Die Antidiskriminierungsberatung Brandenburg bietet Menschen, die Ungleichbehandlung erleben, eine unabhängige Anlaufstelle. Bisher hat sich die Beratungsstelle hauptsächlich über Fördermittel von Bund und Land finanziert, die nun aber auslaufen. Die »Jungle World« sprach darüber mit Judith Porath, der Geschäftsführerin des Opferperspektive e.V., unter deren Dach die Beratung stattfindet.
Reiner Haseloff grinst mit geschlossenene Augen
2025/48 Eva Gerth (GEW) im Gespräch über Arbeitslast und Lehrermangel

»Steigerung der Arbeitsbelastung«

In Sachsen-Anhalt mangelt es an Lehrern. Deshalb hat die von der CDU geführte Landesregierung vor zwei Jahren sogenannte Vorgriffstunden für die Lehrkräfte angeordnet, also eine Stunde Mehrarbeit pro Woche. Im September erklärte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Regelung für rechtswidrig. Nun hofft das Bildungsministerium Sachsen-Anhalts auf freiwillige Zusatzstunden. Die »Jungle World« sprach mit Eva Gerth von der GEW Sachsen-Anhalt über Arbeitsbelastung und Lehrkräftemangel.
Thomas Dudzak spricht in ein Mikrofon
2025/47 Thomas Dudzak, BAG Shalom, im Gespräch über die Stimmung in der Linkspartei

»Man muss Grenzen setzen«

Nachdem der Jugendverband Solid in einem Beschluss über den »kolonialen und rassistischen Charakter des israelischen Staatsprojekts« die Zerstörung Israels gefordert hatte, formiert sich in der Linkspartei Widerstand. Die sich im Aufbau befindende Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Shalom setzt sich gegen Antisemitismus ein. Die »Jungle World« sprach mit Thomas Dudzak, dem Sprecher der BAG Shalom, über die Kräfteverhältnisse in der Linkspartei.
2025/45 Ein Mitglied vom Anarchist Black Cross Belarus über die Ausladung von einer anarchistischen Buchmesse

»Man will uns nicht hören, weil unsere Position im Westen nicht populär ist«

Am 7. November findet im Berliner Mehringhof die anarchistische Buchmesse statt. Die Gruppe Anarchist Black Cross Belarus darf nach eigener Aussage an dieser nicht teilnehmen. Die Jungle World sprach mit ­einem Mitglied der Gruppe über die Gründe und über anarchistische Solidarität in Kriegszeiten.
Zerstörte Fensterscheibe
2025/44 Bastian Finke vom schwulen Antigewaltprojekt Maneo im Gespräch über gehäufte Sachbeschädigungen

»Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen«

Die Räumlichkeiten des LGBT-Vereins Mann-O-Meter in Berlin-Schöneberg wurden binnen weniger Wochen viermal zum Ziel von Vandalismus. Dort befinden sich eine Beratungsstelle und das schwule Antigewaltprojekt des Vereins, Maneo. Zuletzt wurde am Montag vergangener Woche die Tür mit einem Pflasterstein beschädigt. Die »Jungle World« sprach mit Bastian Finke, Leiter von Maneo über die Angriffe und darüber, wie es nun weitergeht.
Warschauer Straße in Berlin-Friedrichshain, im Hintergrund der Edge East Side Tower
2025/43 Timo Steinke, Bündnis Berlin gegen Gentrifizierung, im Gespräch über umstrittene Bauprojekte in der Bundeshauptstadt

»Es hilft nur öffentlicher Protest«

Am 11. Oktober demonstrierten in Berlin-Friedrichshain in der Nähe des S-Bahnhofs Warschauer Straße gut 200 Menschen gegen den Bau mehrerer Hochhäuser in dem Kiez, der vor allem für die dort angesiedelten Clubs bekannt ist. Die »Jungle World« sprach mit Timo Steinke, dem Sprecher des Bündnisses Berlin gegen Gentrifizierung, das den Protest mitorganisierte.
Szene aus den 70er, Menschenmenge, ein Mann mit Megaphon
2025/42 Johanna Schell­hagen, Labournet TV, im Gespräch über mediale Streikunterstützung

»Ein Bildergedächtnis der Klassenkämpfe«

Die Organisation Labournet TV stellt internationale Filme über ­Arbeitskonflikte zur Verfügung und produziert auch selbst welche. Die »Jungle World« sprach mit Johanna Schellhagen, die für Labournet TV Videos und Dokumentarfilme dreht, produziert und schneidet, über das Filmarchiv und die Arbeit im Produktionskollektiv.