Vor 100 Jahren wurde Rudolf Vrba unter seinem bürgerlichen Namen Walter Rosenberg in der Tschechoslowakei geboren. Vrba war 19 Jahre alt, als ihm und seinem Mithäftling Alfréd Wetzler im April 1944 die schier unmögliche Flucht aus dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gelang. Ihnen verdankt die Weltöffentlichkeit einen der ersten Berichte über den Massenmord an den Juden. Die Genauigkeit, mit der die Überlebenden die Architektur und die Methodik der Mordfabrik schilderten, ließ keinen Zweifel an der Authentizität ihrer Aussagen zu.
Der Auschwitz-Prozess inmitten der Trübnis einer postfaschistischen BRD: Die Miniserie »Deutsches Haus« überzeugt mit ihrer dekonstruktiven Erzählweise und nutzt das Format für die Vergegenwärtigung schuldhafter Vergangenheit. Debatten wird die Serie nicht auslösen, vorzuwerfen ist es ihr aber nicht.
Die Ahndung der nationalsozialistischen Verbrechen war für die Achtundsechziger wie für Fritz Bauer ein zentrales politisches Anliegen. Die Historikerin Katharina Rauschenberg erklärt, was die Studentenbewegung und den Juristen einte und was sie trennte.
Am 20. Dezember 1963 begann in Frankfurt am Main der erste Auschwitz-Prozess. Die »Jungle World« sprach mit Werner Renz, dem Leiter des Archivs des Fritz-Bauer-Instituts, über die Bedeutung des Prozesses, über die Rolle, die Fritz Bauer als damaliger hessischer Generalstaatsanwalt für das Zustandekommen des Verfahrens spielte, und die derzeitigen Ermittlungen gegen ehemalige SS-Wachmänner.