Beiträge zu Buchkritik

Bleistiftzeichnung eines Gerichtszeichners der RAF-Angeklagten in Stuttgart-Stammheim
2025/48 Hintergrund Die »Erklärung zur Sache« der RAF und ihre literarische Verarbeitung

Jungle+ Artikel In Sachen RAF-Nostalgie

Anfang 1976 gaben Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe im Stammheimer RAF-Prozess eine ausführliche »Erklärung zur Sache« ab. Darin benannten sie speziell das US-Monopolkapital als Feind der Menschheit: Es habe 1945 das deutsche Proletariat »kolonisiert«, aber seine Weltherrschaft könne jetzt durch die Guerilla ins Wanken gebracht werden. Knapp 50 Jahre später macht sich die Autorin Stephanie Bart 2023 den Text in ihrem Roman »Erzählung zur Sache« zu eigen und aktualisiert ihn.
Pier Vittorio Tondelli mit einem Buch in der Hand und einer Tabakpfeife im Mund
2025/47 dschungel In seinem letzten Roman »Getrennte Räume« verhandelte Pier Vittorio Tondelli seine Aidserkrankung und seinen schwulen Selbsthass

Im Bewusstsein der Krankheit

Der italienische Schriftsteller Pier Vittorio Tondelli schrieb seinen letzten Roman »Getrennte Räume« während seiner Aids-Erkrankung. Das 1989 erstmals veröffentlichte Buch beschreibt die Reise des Protagonisten Leo durch mehrere Länder – und den Selbsthass, der ihn quält.
Urlauber auf Gran Canaria vor einem Weihnachtsbaum
2025/44 dschungel Thorsten Nagelschmidts Buch »Nur für Mitglieder«

Nie wieder Weihnachten in Deutschland

Heiligabend auf den Kanarischen Inseln verbringen? Der Schriftsteller und Musiker Thorsten Nagelschmidt hat das getan und berichtet in seinem Buch »Nur für Mitglieder« nicht nur von dieser Reise, sondern auch von seinen Aversionen gegen Weihnachten und den damit einhergehenden Depressionen.
Gesichtslose Figuren hinter einer Inschrift vor bläulichem Himmel
2025/44 dschungel Terez Rudnoys Roman »Der Tag, an dem sie freikamen« erscheint erstmals auf Deutsch

Jungle+ Artikel Helle Ellipsen dort am Himmel

Die ungarisch-jüdische Schriftstellerin Teréz Rudnóy (1910–1947) war eine der 800 Zwangsarbeiterinnen im KZ-Außenlager Lippstadt I, deren Todesmarsch gen Osten abrupt endete, was ihnen die Freiheit brachte. Davon handelt auch ihr jetzt erstmals auf Deutsch erschienener Roman »Der Tag, an dem sie freikamen«.
Eine geflüchtete kurdische Frau aus dem Iran im Nordirak
2025/43 dschungel Das Buch »Women of Komala« über kurdische Kämpferinnen gegen das iranische Regime

Jungle+ Artikel »Frauen sind in eine zweitrangige Rolle gedrängt worden«

Fatemeh Karimi hat sich auf die Spuren der kurdischen Frauen begeben, die militärisch gegen das ­iranische Mullah-Regime kämpften. In ihrem bis jetzt nur auf Französisch und Englisch erschienenen Buch »Women of Komala« erzählt sie die Geschichte der militanten Organisation Komala, der in den ­siebziger und achtziger Jahren auch Frauen angehörten – was in der Forschung bislang keine große Rolle spielte.
Der türkische Rockmusiker Cem Karaca am Meer
2025/41 dschungel Das Buch »Keine Macht für Niemand« fragt nach Widerständigkeit im deutsch-deutschen Pop

Würstchen mit Salat

Die Geschichte des deutsch-deutschen Pop hat der Kulturwissenschaftler Marcus S. Kleiner für sein Buch »Keine Macht für Niemand« aufgeschrieben und sein besonderes Augenmerk dabei auf das Widerstandspotential von Musik gelegt.