Vor ungefähr vier Wochen kamen in wenigen Tagen Tausende Menschen in der spanischen Exklave Ceuta an. Von den Verbliebenen befinden sich nun viele in einer Notlage, für die sich der spanische Staat nicht zuständig fühlt. Francesca Fusaro von der Hilfsorganisation No Name Kitchen (NNK) berichtet im Gespräch mit der »Jungle World« von sexueller Gewalt gegen Frauen und von Minderjährigen, die auf der Straße leben.
Die antiisraelische Linke versucht sich an einer Deutung der Vorkommnisse von Ceuta. Dabei schreckt man vor rechtsextremen Bildern einer »Invasion« nicht zurück. Auch antisemitische Verschwörungserzählungen werden verbreitet.
70.000 Menschen hatten Ende Juli versucht, von Marokko aus in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen. In den sozialen Medien kursierten in der vergangenen Woche Aufrufe, das zu wiederholen, doch das Wochenende in Ceuta blieb ruhig. Über die Interpretation der Ereignisse ist in Spanien ein Streit entbrannt, den Rechtsextreme für sich nutzen.
Was genau dazu geführt hat, dass mehrere Zehntausend Menschen von Marokko aus die spanische Enklave Ceuta erreichten, ist unklar. Ein Urteil eines spanischen Gerichts wird ebenso dafür verantwortlich gemacht wie geopolitische Interessen der marokkanischen Regierung. Eine russische Propagandakampagne versuchte, die Bilder aus Ceuta für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.