Beiträge zu Frankfurter Schule

Montage: Adorno mit Weltkarten in den Brillengläsern
2026/08 dschungel Moritz Rudolphs Studie »Einheit und Zerfall«

Blick aufs Ganze

EU-Skepsis, Absage an revolutionäre Befreiungsbewegungen, Umschlag in den Autoritarismus: In seiner aufschlussreichen Studie »Einheit und Zerfall. Internationale Politik in der älteren Kritischen Theorie« untersucht Moritz Rudolph, wie Adorno und Co. über die Weltordnung dachten.
Leo Löwenthal, 1982
2025/44 dschungel Frankfurter Schule – Leo Löwenthals Überlegungen zur Literatur sind noch immer relevant

Spiegel der Gesellschaft

Zum 125. Geburtstag von Leo Löwenthal: Literatur betrachtete der Soziologe nicht isoliert, sondern als historischen Ausdruck des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Seine ideologiekritische Perspektive auf literarische Werke und ihre Rezeption gewinnt gerade im Zeitalter digitaler Massenmedien neue Relevanz.
Marcuse sympathisierte zwar mit den Studenten, redete ihnen aber nicht nach dem Mund, hier im Gespräch in Rom, 1969
2025/21 dschungel Der Arbeitsbegriff von Herbert Marcuse

Jungle+ Artikel Wo liegt das Reich der Freiheit?

Für den Sammelband »Arbeit in der Kritischen Theorie« nehmen Ulf Bohmann und Tanja Hoss den Arbeitsbegriff von Herbert Marcuse in den Blick, den er in den dreißiger Jahren zu entwickeln begann und der fortan immer wieder in seinem Werk in Bezug auf die Hoffnung, Arbeit von der Entfremdung und Verdinglichung abzulösen, eine Rolle spielte.
Mehr Feminismus wagen. Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Marxistischen Arbeitswoche in Geraberg 1923, mit aufgesetzten "Pussyhats"
2025/16 dschungel Auszug aus dem Buch »Im Schatten der Tradition« über die Frauen im Institut für Sozialforschung

Frauen in der Frühgeschichte des Frankfurter Instituts für Sozialforschung

Die Geschichte des Frankfurter Instituts für Sozialforschung (IfS) wird zumeist anhand der Biographien und Werke männlicher Protagonisten erzählt. Der kürzlich erschienene Band »Im Schatten der Tradition« wirft einen dezidiert feministischen Blick auf die 100jährige Geschichte des IfS und verdeutlicht die hartnäckige androzentrische Ausblendung der Tätigkeiten von Frauen am und im Umfeld des Instituts in seiner gängigen Geschichtsschreibung. Die Beiträge vergegenwärtigen, dass das IfS von Beginn an Frauen in die Forschung eingebunden hat und zu verschiedenen Zeitpunkten geschlechtertheoretische Überlegungen am Institut ent­wickelt wurden, die in Verbindung zu politischen Debatten standen. Der hier republizierte Text »Frauen in der Frühgeschichte des Frankfurter Instituts für Sozialforschung« eröffnet den Band.
Hatte seinen Marx gelesen: Theodor W. Adorno
2025/10 dschungel In »Adornos Kritik der politischen Ökonomie« referiert Dirk Braunstein die Marxlektüre von Adorno

Sieben Mal unterstrichen

Dass Theodor W. Adorno Marx las, und vor allem wie er ihn las, darüber hat Dirk Braunstein, der Archivleiter des Instituts für Sozialforschung, schon vor Jahren ein detailreiches Buch geschrieben, das nun in dritter, erweiterter Auflage in einem neuen Verlag erschienen ist.
Wurde hauptsächlich von Frauen programmiert. Jean Jennings (links) und Frances Bilas Spence arbeiten 1945 am ENIAC, einem der ersten Computer aus den USA
2024/47 dschungel Friedrich Pollock und die Geschichte des kybernetischen Kapitalismus

Jungle+ Artikel Kritische Theorie und kybernetischer Kapitalismus

Bereits in den fünfziger Jahren legte Friedrich Pollock, Mitgründer des Instituts für Sozialforschung, den Band »Automation« vor, den die Philosophen Johan Frederik Hartle und Gerhard Schweppenhäuser in ihrem Buch »Universale Vermittlung« zum Ausgangspunkt nehmen, um über die Theorie und Geschichte des kybernetischen Kapitalismus zu schreiben.
Multiplikator des Agitators. Adorno untersuchte für die »Studien zum autoritären Charakter« die »psychologische Technik« des rechten Rundfunkredners Martin Luther Thomas
2024/43 dschungel Die Faschismusanalyse des frühen Instituts für Sozialforschung

Jungle+ Artikel Das Unbehagen an der gesellschaftlichen Totalität

Versuche wie die von Didier Eribon oder Ernesto Laclau und Chantal Mouffe, die Neue Rechte und ihre Wähler zu verstehen, kranken daran, dass sie keinen Begriff der Totalität der modernen kapitalistischen Gesellschaft haben. Dabei beschreibt dieser eine spezifische Form der Vergesellschaftung, der sich das Institut für Sozialforschung bereits früh widmete – und war zentral für ihre Faschismusanalyse.
Unbedankter Aufklärer: Ludwig Marcuse im Jahr 1969
2024/38 dschungel Der Philosoph Ludwig Marcuse wurde vor 130 Jahren geboren

Jungle+ Artikel Im Einzelnen beginnt die Welt

Vor 130 Jahren wurde der Philosoph Ludwig Marcuse geboren. Bei dem Nietzsche-Experten, der vor allem Biographien schrieb und mit Max Horkheimer eine Freundschaft pflegte, stand das Individuum immer im Zentrum des Denkens. Mit Deutschland brach er nach dem Nationalsozialismus, der Studentenbewegung stand er kritisch gegenüber.
Gruppenfoto Teilnehmer der Marxistischen Arbeitswoche in Geraberg 1923
2024/30 dschungel Auszug aus dem Buch »Adornos Erben. Eine Geschichte der Bundesrepublik«

Jungle+ Artikel Ursprünge und Elemente Kritischer Theorie

40 Jahre Frankfurter Schule, 20 mit Adorno, 20 ohne ihn. Die Geschichte beginnt 1949/1950, aber sie hat einige Voraussetzungen. In dem Kapitel »Prolog: Was bisher geschah – Ursprünge und Elemente Kritischer Theorie« werden sie geschildert. Ein Auszug daraus.
Alte neue Adresse. Bereits das erste Institutsgebäude befand sich wie das heutige in der Frankfurter Senckenberganlage (damals Viktoria-Allee)
2024/19 dschungel Philipp Lenhards Buch über die frühen Jahre des Instituts für Sozialforschung

Jungle+ Artikel Marxistisches Netzwerk

In seinem Buch »Café Marx« erzählt Philipp Lenhard vor allem von den frühen Jahren des Frankfurter Instituts für Sozialforschung und stellt neben der wichtigen Rolle, die Frauen in ihm spielten, auch heraus, wie stark die Kritische Theorie ein Gemeinschaftsprojekt war.
Rednerpult und ­Mikrophon des ­Rundfunksenders »Funk-Stunde«. Hitler und ­Goebbels nutzten die ­Radioübertragungen für antisemitische ­Propaganda
2024/11 dschungel »Politischer Antisemitismus«, ein Vortrag von Friedrich Pollock aus dem Jahr 1944

Jungle+ Artikel Politischer Antisemitismus

In der Hochphase des Völkermords der Nazis an den Juden analysiert Friederich Pollock die Funktion des modernen Antisemitismus im nationalsozialistischen Deutschland und fragt, welche Verbreitung der Antisemitismus in den USA hat. Der Vortrag ist jetzt in dem von Stefan Vennmann, Anne-Maika Krüger und Felix Kronau herausgegebenen Band »Warum Anti­semitismus? Zur Politik der Judenfeindschaft im Spannungsfeld von Kollektiv und Subjekt« im Verlag Velbrück Wissenschaft erstmals in deutscher Übersetzung erschienen. Der Band enthält auch einen einordnenden Aufsatz zu dem vergessenen Pollock-Vortrag von Philipp Lenhard.
Historischer Augenblick. Studenten der Goethe-Universität in Frankfurt am Main blockieren die Konzilversammlung, 1967
2024/11 dschungel Zur Neuauflage von Alex Demirovićs »Der nonkonformistische Intellektuelle«

Jungle+ Artikel Unscharfer Ausdruck

Die 1999 erstmals erschienene Monographie »Der nonkonformistische Intellektuelle« erzählt die Geschichte des Frankfurter Instituts für Sozial­forschung und konzentriert sich dabei vor allem auf die Lehre und Forschung von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno. Die Neuauflage des Buchs des Sozialwissenschaftlers Alex Demirović steht allerdings vor dem Problem, dass die Bedingungen für nonkonformes Denken an der Universität noch schlechter sind als Mitte des 20. Jahrhunderts.
Perry Anderson mit Mikrofon
2023/33 dschungel Zur Neuauflage von Perry Andersons »Über den westlichen Marxismus«

Von allen guten Massen verlassen

In seinem 1976 erschienenen Buch »Considerations on Western Marxism« warf der britische Historiker Perry Anderson unter anderem den Vertretern der Frankfurter Schule vor, den Klassenkampf vernachlässigt zu haben. Der westliche Marxismus sei durch die Trennung von der politischen Praxis geprägt. Die deutsche Fassung seines einflussreichen Buchs ist jetzt in einer Neuauflage erschienen.