Deutschland gibt so viel Geld für Gesundheit aus wie kaum ein anderes Land, trotzdem rutschen Kliniken in die roten Zahlen und auf dem Land erodiert die Versorgung. Die Krankenhausreform sollte gegensteuern, doch es zeigt sich: Sie kommt spät, ist halbherzig und droht, die strukturellen Probleme eher noch zu verschärfen.
Die Krankenhausversorgung steht vor etlichen Herausforderungen. Die Anfang des Jahres in Kraft getretene Reform bricht kaum mit den neoliberalen Grundsätzen, die die Misere mitverursachen. Die »Jungle World« sprach mit dem Soziologen Kalle Kunkel über die Probleme im Gesundheitswesen, aber auch über einige arbeitspolitische Fortschritte, die in den vergangenen Jahren erzielt wurden.
Die vergangene Woche beschlossene Krankenhausreform soll die Auswüchse des Fallpauschalensystems korrigieren und zumindest einige Krankenhäuser vor der Insolvenz bewahren. An der Ökonomisierung des Systems ändert sie aber nichts.