Beiträge zu Kritische Theorie

Lukács-Archiv, Budapest
2026/33 dschungel Levente Hollós, Übersetzer von Adornos »Negativer Dialektik«, im Interview

Jungle+ Artikel »Man tut gut daran, das Spezifische bei Adorno herauszustellen«

Bis jetzt lag keine komplette ungarische Übersetzung der »Negativen Dialektik« von Theodor W. Adorno vor – zum 60. Jubiläum der Erstausgabe haben die Literaturwissenschaftlerin Katalin Teller und der Philosoph Levente Hollós diese besorgt. Im Gespräch mit der »Jungle World« berichtet Hollós über das schwierige Verhältnis zwischen Adorno und Georg Lukács, die Rezeption der Kritischen Theorie in Ungarn vor und nach 1989 und die Besonderheiten bei der Übertragung von Adornos Hauptwerk.
Der FOSDIC, ein optisches Lesegerät
2026/28 dschungel Warum die Sozialwissenschaft mit Theodor W. Adorno nicht viel anfangen kann

Jungle+ Artikel Auf der Suche nach dem gesellschaftlichen Gesamtsubjekt

Als der Sammelband »Soziologie im Spätkapitalismus« 1995 erschien, siedelte die Rezeption dem Beitrag von Oskar Negt zufolge Theodor W. Adornos »Leistungen auf eigentümlich soziologischen Feldern lediglich an den Rändern eines Lebenswerks an«, obwohl doch, in den Worten des Herausgebers Gerhard Schweppenhäuser, Adorno Soziologe war, »wenn er philosophierte, und Philosoph, wenn er soziologisch arbeitete«. In seinem Vorwort zur nun erschienenen zweiten Auflage des Bandes legt Schweppenhäuser dar, wie unverzichtbar für Adorno die Dialektik auch in seinen sozialwissenschaftlichen Schriften war und wieso die Schulphilosophie bis heute Probleme damit hat.
Leere Klappstuhlreihen aus Holz in einem Hörsaal
2026/25 dschungel Kritische Theorie gegen linken Antizionismus und Islamogauchisme

Jungle+ Artikel Mit Adorno für Israel

Antizionismus, Israelfeindlichkeit und Judenhass dominieren die Linke. Darüber wird gerne vergessen, dass linke Theorie, insbesondere Marx und die Kritische Theorie, noch immer ein sehr gutes Fundament für Antisemitismuskritik bildet.
Gabriel Rockhill in Paris, 2017
2026/21 dschungel Der Philosoph Gabriel Rockhill hält die Kritische Theorie für eine Verschwörung der CIA

Jungle+ Artikel Stalinistische Karikatur

Dass unter anderem Herbert Marcuse in den Vierzigern im Kampf gegen die Nazis für den US-Geheimdienst arbeitete, gilt dem Philo­sophen Gabriel Rockhill als Beweis dafür, dass die Kritische Theorie die Revolution verraten habe. Sein Buch »Who Paid the Pipers of Western Marxism?«, in dem der selbsterklärte »antiimperialistische Materialist« in Verschwörungsmanier dem »Kulturapparat« den Kampf ansagt, hat in den USA eine Debatte ausgelöst.
Angehörige des ­Karakal-Bataillons der IDF ­erhalten auf Masada das ­Grüne Barrett
2026/18 dschungel Antisemitismus und der freud'sche »Todestrieb« im Kontext jüngster Kriege

Jungle+ Artikel Bruch ohne Nennung

Wie blickt die Psychoanalyse vor dem Hintergrund der Kriege in der Ukraine und im Gaza-Streifen auf das Freud’sche Konzept des Todestriebs? Der Sammelband »Krieg, Aggression und Todestrieb« will eine Antwort geben, doch über den Antisemitismus hat er insgesamt wenig und im Zweifel Relativierendes zu sagen.
Montage: Adorno mit Weltkarten in den Brillengläsern
2026/08 dschungel Moritz Rudolphs Studie »Einheit und Zerfall«

Blick aufs Ganze

EU-Skepsis, Absage an revolutionäre Befreiungsbewegungen, Umschlag in den Autoritarismus: In seiner aufschlussreichen Studie »Einheit und Zerfall. Internationale Politik in der älteren Kritischen Theorie« untersucht Moritz Rudolph, wie Adorno und Co. über die Weltordnung dachten.
Zerbrochenes Fensterglas
2026/06 dschungel Das Buch »Zerstörungslust« widmet sich destruktiven Tendenzen

Jungle+ Artikel Herzinfarkt der Moderne

Carolin Amlingers und Oliver Nachtweys Buch »Zerstörungslust« will die Quellen der grassierenden Destruktivität offenlegen, ergeht sich dabei aber nicht nur in theoretischer Beliebigkeit, sondern verliert auch das große Ganze aus den Augen.
Beim Terrorangriff der Hamas auf das Musikfestival in Israel am 7. Oktober 2023 verlorene Schuhe
2026/04 dschungel Wie die Kritische Theorie den Antisemitismus ausblendet

Jungle+ Artikel Der neue Unwille zu trauern

Was Adorno als Schuldabwehrantisemitismus in postnazistischen Gesellschaften umschrieb, scheint sich angesichts der einseitigen »Kontextualisierungen« des 7. Oktober, der Täter-Opfer-Umkehr und der blanken Verleugnung der Aggression gegen Israel zu wiederholen. Über Kritische Theorie und Antisemitismus nach dem 7. Oktober.
Symbole für Flexi-Identitäten
2026/02 dschungel Die Theorie der Wert-Abspaltung und ihre Relevanz für heutige Debatten

Jungle+ Artikel Differenzen der Krise – Krise der Differenzen

Verschiedene Diskriminierungsformen wie Sexismus, Rassismus und Antisemitismus begreift die ­Theoretikerin Roswitha Scholz bereits seit über 30 Jahren als zusammenhängend. Mit dem, was heutzutage unter der Bezeichnung Intersektionalismus firmiert, haben Scholz’ Thesen allerdings wenig zu tun. In ihrem neuen Band »Back to the roots?«, der Texte aus drei Jahrzehnten umfasst, referiert Scholz im erstmals 2025 veröffentlichten Beitrag »Intersektionalität und Diversität in der altlinken Sackgasse« noch einmal ihre Theorie der Wert-Abspaltung und kritisiert jene Ansätze, die dekonstruktivistisch vorgehen und Differenzen hypostasieren.
Gillian Rose in ihrem Haus im englischen Leamington Spa
2025/49 dschungel Zum 30. Todestag der britischen Adorno-Kennerin Gillian Rose

Denken als Passion

Vor 30 Jahren starb die britische Philosophin Gillian Rose. Während sie in Großbritannien auch in Nachbar­disziplinen wie der Soziologie rezipiert wird, ist sie in Deutschland nicht nur fast unübersetzt, sondern trotz ihrer Arbeiten zur Kritischen Theorie und der Shoah nahezu unbekannt geblieben.
Leo Löwenthal, 1982
2025/44 dschungel Frankfurter Schule – Leo Löwenthals Überlegungen zur Literatur sind noch immer relevant

Spiegel der Gesellschaft

Zum 125. Geburtstag von Leo Löwenthal: Literatur betrachtete der Soziologe nicht isoliert, sondern als historischen Ausdruck des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Seine ideologiekritische Perspektive auf literarische Werke und ihre Rezeption gewinnt gerade im Zeitalter digitaler Massenmedien neue Relevanz.
»Wir leben in einer Gesellschaft.«
2025/34 dschungel Was der Begriff der Totalität meint – und wieso man ihn nicht aufgeben sollte

Jungle+ Artikel Totalität

Lange war er verpönt, im Zuge aller möglicher globalen Krisen hat der Begriff der Totalität aber wieder Einzug in die Debatte gehalten. Alex Struwe widmet ihm sein neues Buch mit dem Untertitel »Marx, Adorno und das Problem kritischer Gesellschaftstheorie« und versucht gleich im ersten Kapitel eine erste Antwort auf die Frage: »Was ist Totalität?«