Beiträge zu Kritische Theorie

Montage: Adorno mit Weltkarten in den Brillengläsern
2026/08 dschungel Moritz Rudolphs Studie »Einheit und Zerfall«

Blick aufs Ganze

EU-Skepsis, Absage an revolutionäre Befreiungsbewegungen, Umschlag in den Autoritarismus: In seiner aufschlussreichen Studie »Einheit und Zerfall. Internationale Politik in der älteren Kritischen Theorie« untersucht Moritz Rudolph, wie Adorno und Co. über die Weltordnung dachten.
Zerbrochenes Fensterglas
2026/06 dschungel Das Buch »Zerstörungslust« widmet sich destruktiven Tendenzen

Jungle+ Artikel Herzinfarkt der Moderne

Carolin Amlingers und Oliver Nachtweys Buch »Zerstörungslust« will die Quellen der grassierenden Destruktivität offenlegen, ergeht sich dabei aber nicht nur in theoretischer Beliebigkeit, sondern verliert auch das große Ganze aus den Augen.
Beim Terrorangriff der Hamas auf das Musikfestival in Israel am 7. Oktober 2023 verlorene Schuhe
2026/04 dschungel Wie die Kritische Theorie den Antisemitismus ausblendet

Jungle+ Artikel Der neue Unwille zu trauern

Was Adorno als Schuldabwehrantisemitismus in postnazistischen Gesellschaften umschrieb, scheint sich angesichts der einseitigen »Kontextualisierungen« des 7. Oktober, der Täter-Opfer-Umkehr und der blanken Verleugnung der Aggression gegen Israel zu wiederholen. Über Kritische Theorie und Antisemitismus nach dem 7. Oktober.
Symbole für Flexi-Identitäten
2026/02 dschungel Die Theorie der Wert-Abspaltung und ihre Relevanz für heutige Debatten

Jungle+ Artikel Differenzen der Krise – Krise der Differenzen

Verschiedene Diskriminierungsformen wie Sexismus, Rassismus und Antisemitismus begreift die ­Theoretikerin Roswitha Scholz bereits seit über 30 Jahren als zusammenhängend. Mit dem, was heutzutage unter der Bezeichnung Intersektionalismus firmiert, haben Scholz’ Thesen allerdings wenig zu tun. In ihrem neuen Band »Back to the roots?«, der Texte aus drei Jahrzehnten umfasst, referiert Scholz im erstmals 2025 veröffentlichten Beitrag »Intersektionalität und Diversität in der altlinken Sackgasse« noch einmal ihre Theorie der Wert-Abspaltung und kritisiert jene Ansätze, die dekonstruktivistisch vorgehen und Differenzen hypostasieren.
Gillian Rose in ihrem Haus im englischen Leamington Spa
2025/49 dschungel Zum 30. Todestag der britischen Adorno-Kennerin Gillian Rose

Denken als Passion

Vor 30 Jahren starb die britische Philosophin Gillian Rose. Während sie in Großbritannien auch in Nachbar­disziplinen wie der Soziologie rezipiert wird, ist sie in Deutschland nicht nur fast unübersetzt, sondern trotz ihrer Arbeiten zur Kritischen Theorie und der Shoah nahezu unbekannt geblieben.
Leo Löwenthal, 1982
2025/44 dschungel Frankfurter Schule – Leo Löwenthals Überlegungen zur Literatur sind noch immer relevant

Spiegel der Gesellschaft

Zum 125. Geburtstag von Leo Löwenthal: Literatur betrachtete der Soziologe nicht isoliert, sondern als historischen Ausdruck des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Seine ideologiekritische Perspektive auf literarische Werke und ihre Rezeption gewinnt gerade im Zeitalter digitaler Massenmedien neue Relevanz.
»Wir leben in einer Gesellschaft.«
2025/34 dschungel Was der Begriff der Totalität meint – und wieso man ihn nicht aufgeben sollte

Jungle+ Artikel Totalität

Lange war er verpönt, im Zuge aller möglicher globalen Krisen hat der Begriff der Totalität aber wieder Einzug in die Debatte gehalten. Alex Struwe widmet ihm sein neues Buch mit dem Untertitel »Marx, Adorno und das Problem kritischer Gesellschaftstheorie« und versucht gleich im ersten Kapitel eine erste Antwort auf die Frage: »Was ist Totalität?«
Blick von der Ruine der ehemaligen jüdischen Festung Masada, die ein militärisch bedeutsamer Ort der Macht in Israel ist
2025/31 dschungel Gerhard Scheit, Autor, im Gespräch über die Gründe dafür, warum die Solidarität mit Israel schwindet

Jungle+ Artikel Der jüdische Souverän und die Dialektik der Aufklärung

Nach »Suicide Attack – Zur Kritik der politischen Gewalt« (2004) und »Der Wahn vom Weltsouverän – Zur Kritik des Völkerrechts« (2009) legt Gerhard Scheit sein neues Buch »Für Israel. Vier Kapitel über Souveränität als Einführung in negative Urteilskraft« vor, in dem er veränderte Konstellationen in Bezug auf Israel und den Zionismus für die Gegenwart und die Geschichte zu erhellen sucht. Ausgerechnet in einer Zeit, erklärt Scheit im Hinblick auf den 7. Oktober, in der das kritische Bewusstsein darüber, was Souveränität beinhaltet, am dringendsten nötig wird, schwinde es. Wo es verlorengeht, drohe die Solidarität mit dem jüdischen Staat einzubrechen.
Der chamäleonhafte Charakter des Antisemitismus als Herausforderung der Kritischen Theorie
2025/30 dschungel Überlegungen zum Verhältnis von Kritischer Theorie und Definitionen des Antisemitismus

Jungle+ Artikel Definition, Begriff und Konstellation: Herausforderungen einer Kritischen Theorie des Antisemitismus heute

Die Diskussion über die von der International Holocaust Remembrance Alliance vorgelegte Arbeitsdefinition des Antisemitismus und die auf diese ­reagierende Jerusalem Declaration beschäftigt auch die Kritische Theorie. Dabei kann die normative Bestimmung des Antisemitismus nicht die Durchdringung des Gegenstands in seiner historischen Gewordenheit und gesellschaftlichen Verfasstheit ersetzen.
Wurstbude mit postmodernem Branding
2025/29 dschungel Markus Brunner, Buchautor, im Gespräch über die aufrührerische Dynamik des Autoritären

»Blick auf regressive Prozesse«

In seinem Buch »Sozialpsychologie des Autoritären« untersucht der Soziologe und Sozialpsychologe Markus Brunner die Aussagekraft der ­Autoritarismus-Studien des Instituts für Sozialforschung für heutige Verhältnisse. Er plädiert dafür, massenpsychologische Überlegungen stärker zu berücksichtigen, die die Dynamik gegenwärtiger Radikalisierungsprozessen nachvollziehbar machen.
Marcuse sympathisierte zwar mit den Studenten, redete ihnen aber nicht nach dem Mund, hier im Gespräch in Rom, 1969
2025/21 dschungel Der Arbeitsbegriff von Herbert Marcuse

Jungle+ Artikel Wo liegt das Reich der Freiheit?

Für den Sammelband »Arbeit in der Kritischen Theorie« nehmen Ulf Bohmann und Tanja Hoss den Arbeitsbegriff von Herbert Marcuse in den Blick, den er in den dreißiger Jahren zu entwickeln begann und der fortan immer wieder in seinem Werk in Bezug auf die Hoffnung, Arbeit von der Entfremdung und Verdinglichung abzulösen, eine Rolle spielte.
Bildung nach Auschwitz. Klassenzimmer in Deutschland, 1954
2025/20 dschungel Die Bedingungen für die Entstehung des Nationalsozialismus und Erziehung nach Auschwitz

Jungle+ Artikel Durch die Kälte hindurch

Es ist kalt in Deutschland: Für den Sammelband »Halbbildung. Kritische Theorie der Pädagogik« analysiert der Mitherausgeber Patrick Viol mit Rückgriff auf Adorno die Bedingungen für die Entstehung des Nationalsozialismus, was dieser mit den Subjekten anrichtete und wie kultur­politische Initiativen einen dialektischen Begriff von Bildung, der dieser Zurichtung trotzen könnte, verballhornen.