Beiträge zu Portugal

Chega-Boss André Ventura auf einem Wahlplakat
2025/43 Interview Miguel Carvalho, Investigativjournalist, im Gespräch über die rechtsextreme Partei Chega in Portugal

»Man muss die Ursachen bekämpfen«

Für sein neues Buch über die rechtsextreme Partei Chega in Portugal hat der Investigativjournalist Miguel Carvalho fünf Jahre lang recherchiert und Hunderte Interviews mit Mitgliedern, Sympathisant:innen, aber auch Personen aus dem inneren Kreis um den Parteivorsitzenden und -gründer André Ventura geführt. Die »Jungle World« sprach mit ihm über das Innenleben der Partei und die Gründe für ihren Erfolg.
Chega-Abgeordnete bei einer Wahlkampfveranstaltung am 16. Mai in Lissabon
2025/24 Interview Rui Verde, Politologe, im Gespräch über den Erfolg der rechtsextremen Partei Chega in Portugal

Jungle+ Artikel »Sie mitregieren zu lassen, ist keine Option«

Lange war Portugal eine Ausnahme innerhalb Europas, weil es dort keine erfolgreiche rechtsextreme Partei gab. Das hat sich geändert. Über die Gründe, warum die erst 2019 gegründete Partei Chega bei der Parlamentswahl im Mai zweitstärkste Kraft wurde, sprach die »Jungle World« mit dem Politologen Rui Verde.
»Erdenhölle«. So reagierte Voltaire auf das Erdbeben von Lissabon, hier dargestellt auf einem zeitgenössischen Stich
2024/51 dschungel Wie das Erdbeben in Lissabon 1755 die Aufklärung beeinflusste

Jungle+ Artikel Elend und Erkenntnis

Auf das verheerende Erdbeben in Lissabon 1755, das die gesamte Stadt zerstörte, folgte ein intellektuelles Erdbeben: Die Frage danach, wie ein gütiger Gott eine solche Katastrophe zulassen kann, beschäftigte unter anderem Voltaire und Goethe – und trug maßgeblich zur Verbreitung der Aufklärung bei, wie der ­Erziehungswissenschaftler Daniel Burghardt in einem Kapitel seines Buchs »Elend und Emanzipation« herausarbeitet.
Mit Liedern an die Revolution erinnern. In Lissabon spielte das örtliche Sinfonieorchester, begleitet von zwei lokalen Chören
2024/20 Reportage In Lissabon zu Besuch bei den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Nelkenrevolution

Jungle+ Artikel Im Namen der Nelke

Der 50. Jahrestag der portugiesischen Nelkenrevolution wurde in Lissabon groß begangen. Hunderttausende feierten gemeinsam auf den Straßen, so wie 1974 nach dem friedlichen Militärputsch gegen die Diktatur.
Eine der am dichtesten besiedelten Städte Welt: die chinesische Sonderwirtschaftszone Macau
2024/17 Thema Macau war ein Sonderfall der portugiesischen Entkolonisierung nach der Revolution

Die letzte Kolonie in Asien

Während Portugal in seinen Kolonien blutige Kämpfe gegen die nationalistischen Unabhängigkeitsbewegungen führen musste, wusste man in Macau mit dem Machtvakuum, das die Nelkenrevolution hinterließ, zunächst wenig anzufangen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wollte das chinesische Kaiserreich die portugiesische Herrschaft auf der Halbinsel beenden, die Volksrepublik China schließlich übernahm Macau nur zögerlich.
Das Wandgemälde zeigt Hauptmann Salgueiro Maia, der maßgeblich an der Nelkenrevolution beteiligt war, Lissabon, April 2014
2024/17 dschungel Auszug aus dem Buch »Portugal – Die unmögliche Revolution?«

Jungle+ Artikel Portugal – Die unmögliche Revolution?

Als am 25. April 1974 in Portugal ein Militärputsch gegen die Diktatur des Estado Novo losschlägt, befindet sich der junge Linke Phil Mailer als Englischlehrer im Land. Wie der Großteil der Bevölkerung wird auch er von den Ereignissen überrascht – eher zufällig erlebt er mit, was als Nelkenrevolution in die Geschichte eingehen würde. Die linksgerichteten Militärs des Movimento das Forças Armadas beendeten mit ihrem Putsch nahezu gewaltfrei fast 50 Jahre faschistischer Herrschaft – unterstützt von der breiten Bevölkerung, die die Gewehrläufe der Soldaten mit den namensgebenden Nelken schmückte. Auszug aus dem Buch »Portugal – Die unmögliche Revolution?«, das aus Anlass des 50. Jahrestags der Nelkenrevolution erstmals auf Deutsch erscheint.
Blumen und Freiheit. Für die Frauen Portugals bedeutete die Nelkenrevolution die Befreiung von der rigiden Geschlechtertrennung des Salazarismus
2024/17 Thema Die Erinnerungen an die sozialrevolutionären Momente der Nelkenrevolution verblassen

Was kostet die Freiheit?

50 Jahre nach der Nelkenrevolution sind die sozialrevolutionären Träume in Portugal schon lange der Ernüchterung über die Integration in die Reihen der bürgerlich-kapitalistischen EU-Länder gewichen. Während die Erinnerung an versäumte Möglichkeiten verblasst, bleiben politische Freiheiten und Frauenrechte wichtige Errungenschaften der portugiesischen Demokratisierung.
»Militärrevolte mit Minderheitscharakter«, die sich in einen »Straßenaufstand in Lissabon« verwandelte. Lissabon, 28. April 1974
2024/17 Thema Charles Reeve, Exilportugiese und Buchautor, im Gespräch über die Geschichte der Besiegten

Jungle+ Artikel »Die Nelkenrevolution war eine Bewegung des sozialen Ungehorsams«

Anlässlich des 50jährigen Jubiläums der portugiesischen Nelken­revolution sprach die »Jungle World« mit dem im Exil lebenden Charles Reeve darüber, wie die Sieger die Geschichte dieser Revolution umschrieben, und über die Ansätze von Selbstorganisation, die schließlich der Blockkonfrontation im Kalten Krieg zum Opfer fielen.
Rote Fahnen und ein Transparent auf einer Demostration
2023/09 Ausland In Portugal streiken Beschäftigte des öffentlichen Diensts

Winter der Unzufriedenheit

In Portugal streiken seit November immer wieder Beschäftigte des öffentlichen Diensts. Die Hilfsmaßnahmen der sozialdemokratischen Regierung gleichen die hohe Inflation nicht aus.