Unsere Aboprämien

Eric-John Russell - Warum alles ist, wie es scheint. Spektakuläre Logik bei Hegel und Debord.

Edition Tiamat, Berlin 2026, 432 Seiten, Broschur.
Buchcover mit einer mitteralterlichen Darstellung eines Verkäufers

Guy Debords revolutionäres Werk »Die Gesellschaft des Spektakels« (1967) hatte unmittelbaren Einfluss auf die Ereignisse des Mai 1968. Eric-John Russell vertieft die Analyse von Debord und Marx, indem er die zentrale Bedeutung von Hegels spekulativer Logik für beide aufzeigt. Mit der Verbindung von Debord und Hegel betritt die Kritische Theorie Neuland. Mit Hilfe von Debord untersucht Russell eine Theorie des Kapitalismus mit Bezug auf dessen Erscheinungen – hier ist die Welt wirklich, wie sie scheint.

Richard Schuberth - Vom Antisemitismus, der keiner sein will

Edition Tiamat, Berlin 2026, 312 Seiten Broschur.
Buchcover in rot

Immer wieder knöpft sich der Wiener Dichter und Gesellschaftskritiker Richard Schuberth identitätspolitische Diskursmoden vor. Deren israelfeindliche Exzesse seit dem 7. Oktober 2023 führten ihn zu den psychologischen und historischen Wurzeln des israelbezogenen Antisemitismus und der Frage nach der Scheidelinie zwischen berechtigter Antisemitismusdiagnose und Diffamierung. In Form des literarischen Essays, der Analyse mit Witz und Sprachfantasie legiert, ergründet er dieses Minenfeld der ideologischen Verzerrungen, die ihm aus seiner eigenen Biografie nur zu vertraut sind.

Anja Siegemund - Zentraleuropäischer Zionismus und jüdisch-arabische Verständigung vor der Staatsgründung Israels

Wallstein Verlag, Göttingen 2025, 672 Seiten, Hardcover.
Buchcover mit einer Straßenszene

»Verständigung« – so lautete ein verbreitetes Losungswort im zentraleuropäischen Zionismus. Dies war nicht kongruent mit dem Plädoyer für ein binationales Gemeinwesen, das viel Aufmerksamkeit erfahren hat. Anja Siegemund weitet den Blick auf »Verständigungszionismus« und beleuchtet dessen Gesamtgewebe in seiner Vielschichtigkeit: Wertesysteme, Kontexte und Netzwerke sowie Programmatik und Fraktionen.

Irene Eidinger, Peter Dietze, Tobias Herold (Hg.) - Gegen / Über

Verbrecher-Verlag, Berlin 2026, 256 Seiten, Broschur.
buchcover

Dem Literarischen Colloquium Berlin, der Wochenzeitung Jungle World sowie dem Veranstaltungs- und Produktionsort für Kunst, Musik und Literatur ausland war es ein großes Anliegen, Diskussionsveranstaltungen zu aktuellen politisch-gesellschaftlichen Themen fest in das ansonsten hauptsächlich künstlerisch ausgerich

Bernard Hoffmeister - Benjamin im Stroboskop

Satyr Verlag, Berlin 2026, 261 Seiten, Hardcover
bild von benjamin in 90er jahre klamotten

»Benjamin im Stroboskop« ist wie ein literarischer Feed zum Durchscrollen: absurd, fragmentarisch, überdreht – aber man will immer weiterlesen. Ein illustrer Strudel aus Millennial-Ängsten, Konsum und Jetztzeit. Noch nie war Scheitern so optimistisch und unterhaltsam wie in diesem literarischen Debüt. Benjamin, 29, untersetzt und überfordert, promoviert über den Posterboy der Kulturtheorie: Walter Benjamin. Als dauer­ironischer Intellektueller shoppt er sich durch eine alternative Warenwelt, gibt im Unibetrieb den Schelm und stürzt sich in eine neue Kleinkunstform.

Hayat Erdoğan - Hauptsache kein Zeitgeist

Claassen, Berlin 2026, 301 Seiten Hardcover.
Buchcover, das einen granatapfel, zwei Arme und den Kopf eines Pferdes zeigt

Ein Mädchen lernt auf einer Trommel den Takt der türkischen Nationalhymne. Jahre später steht ihre Mutter vor der Tür und zieht sie an der Hand zurück nach Deutschland. Noch einmal Jahre später wird sie verlassen von einem Mann, den sie »Niemand« nennt, die Sehnsucht nach Niemand wird sie nicht mehr los. Alles, nur nicht zynisch werden.

In Hauptsache kein Zeitgeist breitet sich in aufregenden 24 Stunden die Gegenwart vor uns aus wie ein gewebter Teppich.

Bittermann, Klaus Hesse, Christoph (Hg.) - Umkämpfte Geschichte

Edition Tiamat, Berlin 2026, 304 Seiten, Broschur.
buchcover edition tiamat

Zwei Jahre über den 7. Oktober hinaus ist die Debatte, wie die Ereignisse nach dem genozidalen Massaker zu bewerten sind, immer noch in vollem Gange. In diesem Band untersuchen Autoren aus internationaler Perspektive die großen Differenzen, die der Krieg in Gaza und der weltweite Boykott Israels hervorgerufen hat. Eva Illouz geht der Frage nach, ob der Antizionismus »eine Form des Antisemitismus« ist. Jeffrey Herf, Norman Goda und Bruno Chaouat führen Argumente ins Feld, die den Vorwurf des Genozids entkräften.

Moritz Rudolph - Einheit und Zerfall

Matthes & Seitz, Berlin 2025, 602 Seiten, Hardcover.
Rosa Buchcover mit schwarzen Ornamenten, die an Splitter erinnern

Hartnäckig hält sich das Gerücht, die ältere Kritische Theorie habe zu internationaler Politik nichts zu sagen. Doch hat man vielleicht bisher nur nicht ausreichend genau hingesehen? Tatsächlich, so zeigt Moritz Rudolphs bahnbrechende Studie, fügt sie den Theorien internationaler Politik hinzu, was diesen fehlt, ohne es zu wissen: eine Dialektik von Einheit und Zerfall. In den zahlreichen verstreuten Bemerkungen zur internationalen Politik, die das Spätwerk von Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Franz L.

Tobias Ebbrecht-Hartmann - Gewalt als Bild

Neofelis Verlag, Berlin 2025, 144 Seiten, Broschur.
Lila Buchcover mit Linien à la Fred sandback

Am 7. Oktober 2023, dem Tag des Angriffs der Hamas, eskaliert nicht nur die Gewalt gegen die Einwohner:innen im Süden Israels. Weltweit werden Menschen auch Zeug:innen einer Eskalation der Bilder. Mit an Helmen und Uniformen befestigten Kameras filmen die Terrorist:innen ihre Gräueltaten und streamen sie live. Zivilist:innen in Gaza laden demütigende Filme ins Netz, die entführte und ermordete Israelis zeigen. Aber auch die Betroffenen, Bewohner:innen von Kibbuzim und Besucher:innen des Nova-Festivals, dokumentieren die Gewalt.

Olaf Kistenmacher, Michaela Meliàn - Auf einer Wellenlänge

Maro-Verlag, Augsburg 2025, 36 Seiten, fadengeheftet, Broschur.
Man sieht eine Grafik, die einem Maschinenraum zeigt

Das Radio war ein zentrales Medium national­sozialistischer Propagandapolitik. Per moderner Kurzwellentechnik beschallte die NSDAP noch den hintersten Winkel des Deutschen Reiches. Wenig bekannt ist, dass es während des Zweiten Weltkriegs bei Königs Wuster­hausen einen arabischsprachigen Sender gab. Regelmäßiger Sprecher war der ehemalige Mufti von Jerusalem, Mohammed Amīn al-Husseinī, der seit 1941 Asyl in Deutschland genoss.