Die neuen Pläne von Markus Söder

Kein Brumm-Brumm mehr in Bayern

Markus Söder ruft die Zukunft des Automobils aus.
Die preisgekrönte Reportage Von

Markus Söder lehnt sich weit zurück. Ein Motor springt an, der Sitz springt automatisch in die bequemste Position. Mehrere Gyrostabilisatoren versuchen, den charmanten Landesdiktator mit dem Lausbubenbcharme wieder in eine halbwegs würdevolle, vor allem aber eine dem Fahrersitz angemessene Position zu wuchten – vergebens. »Phantastisch, oder? Die Sitzheizung ist übrigens auf Stufe 10. Einfach ein geiles Gefühl, wenn das Arscherl so glüht, verzeihen Sie mein Fränkisch.« Ein Blick auf den Tankanzeiger verrät Söder: Allein dieses Manöver des neuen BMW Space Concept XXX hat über sieben Liter Diesel gekostet. Für Söder ein Signal in die richtige Richtung: »Früher waren das elf Liter, das ist doch ein Fortschritt!«

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In einem Livetalk des Focus hatte sich der designierte Kanzlerkandidat der CDU/CSU über die Zukunft des Automobils ausgelassen: »Die Zeit des klassischen Brumm-Brumm-Autos mit viel PS ist vorbei.« Nicht weniger als eines »Quantensprungs« bedürfe die Branche, also des niedrigstmöglichen Energieunterschieds in einem System. Das haben sich die bayerischen Autobauer nicht zweimal ­sagen lassen: Neben dem neuen, an Elon Musks Weltraumcruiser orientierten Modell arbeitet BMW an einem umweltschonenden Hybridfahrzeug, das nur einen Liter Wasserstoff auf 100 Kilometer braucht, dafür aber auch 26 Liter superverbleites Asbestkonzentrat. »Das ist eine Zukunft, deren Melodie mich zum mitwippen bringt«, so Söder. »Wenn ich die Musik bei dem Motorenlärm überhaupt höre!«

Neben einem Ende des Brumm-Brumm-Autos hat Bayern noch ­weitere Reformen angekündigt: Beispielsweise ein Ende der Grunz-Grunz-Schweinemast, der Frömmel-Frömmel-Gottesdienste und der Saufi-Saufi-Brauhäuser. »Das bedeutet natürlich keine Änderungen in der Sache. Aber der Ton macht die Musik! Und wenn wir die g’scherten Grünen morgen über den Tisch ziehen wollen, dann machen wir das am besten piano und nicht fortissimo«, so der gewiefte Politgigant (1,94 Meter).
Die Grünen in Bayern haben schon mal Gesprächsbereitschaft signa­lisiert: »Wir werden uns aber nicht unter Wert verkaufen«, warnte der Landesvorsitzende Eike Hallitzky. »Für zwei schöne Ministerposten, einen Wurstzipfel und ein schönes Brumm-Brumm-Auto für die Frak­tion hingegen schon. Gott ­segne Bayern!«

Aus der Urteilsbegründung:
Leo Fischers preisgekrönte ­Reportagen sind in hohem Maße fiktiv. Ähnlichkeiten mit realen Personen und Geschehnissen sind unbeabsichtigt.