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Wer war Quisling?

Der Begriff »Quisling« ist kaum mehr bekannt; in der Nachkriegszeit war er nicht nur in Norwegen ein Schimpfwort für Verräter und eine allgemein verachtenswerte Person. Der erste Quisling war 1665 als Priester aus Dänemark nach Kristiania gekommen, wie Oslo damals hieß. Vidkunn Quisling, Gründer der Nazipartei Nasjonal Samling, wurde 1942 mit Unterstützung der deutschen Besatzer Ministerpräsident – zuvor hatte er nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Norwegen am 9. April 1940 erfolglos den weltweit ersten Putsch via Rundfunk versucht.

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Kurz danach, am 19. April, wurde »Quisling« in der britischen Times zum ersten Mal im Sinne von Verräter benutzt, vier Tage später druckte die Daily Mail ebenfalls einen Artikel, in dem Quisling als Synonym für Kollaborateur benutzt wurde. 1944 brachte die schwedische Tageszeitung Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning eine Karikatur des norwegischen Zeichners ­Ragnvald Blix, in der Quisling zur Audienz bei Hitler eilt und dem wachhabenden Soldaten sagt: »Ich bin Quisling.« Der ­antwortet: »Ja, und der Name?«

Nach dem Krieg wurde der Einkronenschein in Norwegen Usling oder Lump genannt, der Zweikronen-Schein hieß oft Quisling oder war dann eben der Doppellump.

Quisling wurde am 24. Oktober 1945 in der Festung Akershus erschossen – dabei war die Todesstrafe in Norwegen seit 1876 faktisch abgeschafft. Die deutschen Besatzer hatten sie allerdings wiedereingeführt und bis zur Befreiung des Landes am 8. Mai 1945 ungefähr 400 norwegische Widerstandskämpfer hingerichtet. Acht der zehn abgegebenen Schüsse, so wurde nach Quislings Hinrichtung festgestellt, trafen ihn mitten ins Herz.