Die Internationale Atomenergieorganisation verurteilt, appelliert – und bleibt weitgehend machtlos. Diplomatische Floskeln und der Glaube an die friedliche Nutzung der Kernenergie ändern aber nichts daran, dass Atomanlagen eine Gefahr bleiben.
Von 1983 bis 1984, zwei Jahre vor der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, ereignete sich an der Grenze zwischen Mexiko und den USA ein radioaktiver Unfall. Er gab den Ausschlag für eine erfolgreiche binationale Bewegung gegen das geplante Atommüllendlager Sierra Blanca in Texas. Die damals protestierenden Schulkinder kämpfen mittlerweile auch gegen die Narco-Kultur.
Die Kleinstadt Istiqlol, früher Taboschar, gilt als die »kleine Schweiz« Tadschikistans. Zu Sowjetzeiten brachte der Uranbergbau den Bewohnern der zeitweise geschlossenen Stadt viele Annehmlichkeiten. Doch nun leiden sie unter den strahlenden Hinterlassenschaften.
Seit der Benennung der Gemeinde Gorleben 1977 als Standort eines »Nuklearen Entsorgungszentrums« engagiert sich Wolfgang Ehmke, wie viele andere im Landkreis Lüchow-Dannenberg, gegen Atomkraft. Mit »der Jungle World« sprach er über die Atomwirtschaft und die andauernde Suche nach einem Atommüllendlager in Deutschland.
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat einen Zwischenbericht zur Endlagersuche vorgestellt, in der sie 90 Teilgebiete ausweist, die für die Lagerung von Atommüll geeignet sein könnten. Der ursprünglich vorgesehene Standort in Gorleben (Niedersachsen) ist nicht darunter.