Thomas von der Osten-Sacken

Heute ist der Jemen, was früher die Sahel Zone war: Mit Bildern hungernder Kinder wird um Mitleid und Spenden geworben. Vor zehn Jahren gingen Millionen Jemeniten für eine ganz andere Zukunft auf die Straße.

 

Mit großem Tamtam und Besuch des Präsidenten persönlich gab die Islamische Republik Samstag bekannt, dass sie ihr Anreicherungsprogramm im Reaktor von Nataz hochfahren werde.

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Gräber für Corona Tote im Iran, Quelle: Wikimedia Commons

 

Sowohl im Iran und als auch im Irak steigen seit Tagen die Zahlen von Neuinfektionen an. Aus dem Iran wird berichtet, dass die Regierung von einer neuen "Todeswelle" ausgeht:

Im Rahmen der Normalisierung seiner Beziehung mit Israel ist die sudanesische Interimsregierung einen weiteren Schritt gegangen und ein Gesetz aus dem Jahre 1958 zurückgenommen, dass diplomatische und wirtschaftliche Kontakte mit dem jüdischen Staat verbot:

Aus dem Hurriya Blog von vor zehn Jahren. Erst noch freute man sich damals in Teheran über die Massendemonstrationen in der arabischen Welt; allerdings nur so lange, wie es gegen so genannte prowestliche Despoten wie die in Tunesien oder Ägypten ging.

Als die Proteste dann auch auf Libyen und vor allem Syrien übergriffen änderte sich das ganz schnell:

Auf Qantara beschreiben Stefan Buchen und Sulaiman Tadmory, wie in Syrien eine gezielte Massenenteignung stattfindet, die man auch als ethnische Säuberung gegen die sunnitische Merheit bezeichnen könnte:

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Iranisch-irakischer Grenzübergang, Bildquelle: Wikimedia Commons

 

Der Irak steht auf der Liste der korruptesten Länder der Welt ziemlich weit oben, selbst wenn er sie inzwischen nicht mehr anführt.

Der nächste bekannte irakische Aktivist und Regierungskritiker sollte auch verschwinden, wie so viele vor ihm. Nur diesmal gelang es den Tätern nicht, ihn zu ermorden. Seit Beginn der Massenproteste im Irak wurden schon Unzählige getötet, um die Bewegung zu schwächen. Bislang allerdings ohne großen Erfolg.

Es ist ein offenes Geheimnis im Irak, dass Milizen, die meist aus Teheran gesteuert werden, so versuchen kritische Stimmen zum Verstummen zu bringen:

Von einer völlig irren Geschichte, die ein entsprechendes Licht auf die Szene der Giftgas-Truther wirft, berichtet die BBC-Korrespondentin Chloe Hadjimatheou. 

In der Working Group on Syria, Propaganda and Media versammelt sich seit Jahren eine illustre Gesellschaft aus Akadamikern und Bloggern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, alle Anschuldigen gegen das Assad Regime als westliche Propaganda abzutun, am besten als zionistisch gesteuerte Fake News.

Seit Wochen wird wieder überall im Südirak und in Bagdad demonstriert. Der Protest richtet sich gegen Korruption und ein unfähiges Establishment, vor allem aber gegen den Einfluss des Iran im Land.

Deutlicher geht es kaum: In Basra demonstrierten sie heute gegen wachsenden Einfluss von Klerikern auf den Gesetzgebungsprozess. Das erinnere an die islamische Republik oder den IS. 

Die arabische Straße in Basra fordert also für weniger, nicht mehr Scharia im Irak!

Vor zehn Jahren begann die syrische Revolution in der Stadt Der'a im Süden des Landes

 

Arte erinnert mit seiner sehenswerten Dokumentation an die ersten Tage der Proteste in Syrien, als ganz friedlich auf Massendemonsrationen die Menschen für Reformen - nicht mal mit der Forderung, das Regime zu stürzen - auf die Straße gingen.

Zehn Jahre nach Ausbruch des arabischen Frühlings streicht die britische Regierung die Hilfsgelder unter anderem für Syrien und den Jemen, zwei der größten humanitären Katastrophen dieser Zeit zusammen.

Seit einigen Wochen finden trotz der enormen Repressionen erneut Proteste in verschiedenen iranischen Städten statt. Die allgemeine Lage im Land verschlechtert sich weiter, besonders die junge Generation hat einfach die Nase voll.