Beiträge zu Moishe Postone

Bleistiftzeichnung eines Gerichtszeichners der RAF-Angeklagten in Stuttgart-Stammheim
2025/48 Hintergrund Die »Erklärung zur Sache« der RAF und ihre literarische Verarbeitung

Jungle+ Artikel In Sachen RAF-Nostalgie

Anfang 1976 gaben Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe im Stammheimer RAF-Prozess eine ausführliche »Erklärung zur Sache« ab. Darin benannten sie speziell das US-Monopolkapital als Feind der Menschheit: Es habe 1945 das deutsche Proletariat »kolonisiert«, aber seine Weltherrschaft könne jetzt durch die Guerilla ins Wanken gebracht werden. Knapp 50 Jahre später macht sich die Autorin Stephanie Bart 2023 den Text in ihrem Roman »Erzählung zur Sache« zu eigen und aktualisiert ihn.
Moishe Postone
2024/36 Small Talk Christine Achinger im Gespräch über das Moishe Postone Legacy Project

»Postone war ein Gegner binärer Denkweisen«

Als Theoretiker beschäftigte sich Moishe Postone mit Kapitalismus, Antisemitismus und dem Zusammenhang zwischen beidem. Bekannt wurde er außerdem für seine Texte über die deutsche Linke, deren Umgang mit Antisemitismus und der NS-Vergangenheit er immer wieder kritisierte. Postone verstarb 2018. Vor kurzem hat das Moishe Postone Legacy Project seine Arbeit aufgenommen. Die »Jungle World« sprach mit Christine Achinger über die Ziele des Projekts.
Palästina-Demonstration in Westminster, London, am 2. März
2024/10 Thema Ben Gidley, Soziologe, im Gespräch über den tiefsitzenden Antizionismus der britischen Linken

Jungle+ Artikel »Kritik am Antizionismus aus der Linken gibt es kaum«

Der Krieg im Gaza-Streifen hat in Großbritannien zu großen Protesten gegen Israel geführt. Auch an Universitäten fühlen sich viel jüdische Personen unsicher, sagt der Londoner Soziologe Ben Gidley, der die Weigerung der Linken kritisiert, Antisemitismus zu erkennen und ernst zu nehmen.
Stephan Lessenich im Treppenhaus des Instituts für Sozialforschung
2023/27 dschungel Wie die Reflexion auf die Shoah in die Kritische Theorie kam und warum sie wieder daraus vertrieben wird

Jungle+ Artikel Kritische Theorie ohne Auschwitz

Ein umfangreiches Programm samt buntem Abend in der »Petite Auberge Aufbruch«: Seinen 100. Geburtstag feiert das Frankfurter Institut für Sozialforschung unter seinem neuen Direktor Stephan Lessenich unter Ausschluss des für die Kritische Theorie elementaren Themas: der Vernichtung der europäischen Juden. Warum die Beschäftigung mit dem Holocaust in das Zentrum des philosophischen Denkens rückte, wie es daraus wieder vertrieben wird und warum das Forschungsinstitut diese Entwicklung noch befördert.
Diagramm und Pfeil nach unten
2022/28 dschungel Essay: Vor zehn Jahren starb der marxistische Theoretiker Robert Kurz

Jungle+ Artikel Drei Stränge der Wertkritik

Die »fundamentale Wertkritik« von Robert Kurz und den Autoren um die Gruppe Krisis ist einer von drei Strängen, die sich im deutsch­sprachigen Raum im Rückgriff auf die Marx’sche Werttheorie in den neunziger Jahren profilierten. Die beiden anderen sind die ­sogenannte Neue Marx-Lektüre und die an der Kritischen Theorie ausgerichtete Ideologiekritik. Der Essay zum zehnten Todestag von Robert Kurz am 18. Juli rekapituliert die damaligen Debatten und analysiert die Unterschiede der konkurrierenden Lesarten.
2016/16 Interview Moishe Postone im Gespräch über die Aktualität der Kritik der politischen Ökonomie

»Es geht um die Krise der Arbeit«

Moishe Postone war Mitarbeiter des Frankfurter Instituts für Sozialforschung und beschäftigt sich mit Kri­tischer Theorie und Karl Marx’ Kritik der politischen Ökonomie. In Deutschland vor ­allem seit seinem »Offenen Brief an die deutsche Linke« von 1985 bekannt, in dem er den linken Antisemitismus kritisiert. Mit der »Jungle World« sprach er über die Probleme einer Kritik der politischen Ökonomie heute