In Sachsen-Anhalt könnte die AfD bei der Landtagswahl eine absolute Mehrheit der Mandate erringen. Die »Jungle World« hat sich die Stimmung in verschiedenen Ecken des Bundeslands angeschaut.
In Sachsen-Anhalt haben es Menschen, die sich in soziokulturellen Projekten engagieren, schwer. Sie versuchen, gegen den rechtsextremen Ungeist, der in dem Bundesland herrscht, halbwegs zivilisierte Verhältnisse aufrechtzuerhalten, doch diese Arbeit wird nicht genug gewürdigt. Die »Jungle World« hat mit einigen dieser Menschen gesprochen.
In Rostock lag ein Schweinekopf vor einer Moschee – nicht zum ersten Mal, wie Ahmed Fakhouri vom Islamischen Bund Rostock erzählt. Beratungsstellen dokumentieren einen neuen Höchststand rechtsextremer Delikte in Mecklenburg-Vorpommern und sehen einen Zusammenhang mit dem Umfragehoch der AfD.
Der Brand im Wohnheim der Israelitischen Kultusgemeinde München am 13. Februar 1970 wurde von einem Neonazi gelegt – zu diesem Schluss kam nun offiziell die Generalstaatsanwaltschaft. Der mutmaßliche Täter ist nicht mehr am Leben, die Ermittlungen wurden eingestellt. Für weitere Aufklärung bräuchte es neue Initiativen.
Die »Attentäter-Fanszene« feiert im Internet Amokläufe und Terroranschläge und verehrt die Täter wie Heilige. In ihr finden verschiedene Online-Subkulturen zusammen – von Incels bis Nazis.
Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD versucht die AfD, sich eine neue Wählerklientel zu erschließen. Dieselben Politiker, die sonst gegen CSDs und LGBT-Personen Stimmung machen, behaupten nun, der einzige Garant für deren Sicherheit zu sein.
Am Samstag ist es genau 25 Jahre her, dass der NSU in Hamburg Süleyman Taşköprü ermordete. Bis heute ist Hamburg das einzige Bundesland, in dem der NSU gemordet hat und in dem es dazu keinen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss gab. Nicht nur Taşköprüs Angehörige kritisieren das scharf.
Wie ist es, undercover unter Nazis zu recherchieren? Seit März stehen in Hamburg acht mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der Neonazi-Gruppe »Letzte Verteidigungswelle« vor Gericht. Die »Jungle World« sprach mit der Journalistin Angelique Geray, deren verdeckte Recherche in der Gruppe maßgeblich zu deren Enttarnung geführt hat. Sie erzählt von ihrem modischen Fauxpas bei einem Treffen der Identitären und davon, wie man das Vertrauen von Nazis gewinnt.
Mit einer bundesweiten Großrazzia ging die Bundesanwaltschaft gegen junge Rechtsextreme von »Deutsche Jugend voran« und »Jung und stark« vor. Die antifaschistische Gruppe Recherche Nord sagt jedoch, dass die Gruppen ihren Zenit schon überschritten haben und andere Entwicklungen inzwischen gefährlicher seien.
Der russische Neonazi Denis Kapustin, der auf Seiten der Ukraine kämpft, macht aus seiner Weltsicht keinen Hehl. Auf besonders viel Kritik unter russischen Exiloppositionellen stößt das nicht.
Während Neonazis Pride-Veranstaltungen in Sachsen bedrohen, spricht die Landesdirektion Sachsen dem CSD-Straßenfest in Dresden den politischen Charakter ab.
Der nahe Osten – eine Kolumne über die sächsischen Verhältnisse
Seit vergangenem Jahr erhält der offen faschistische Rand der US-amerikanischen Republikaner mehr Zuspruch. Dieses Milieu profitiert von der Zunahme des Antisemitismus in der Gesellschaft, insbesondere seit dem Beginn des Iran-Kriegs.
Am Landesgericht Krems wurde René Schimanek, der ehemalige Büroleiter des österreichischen Nationalratspräsidenten, der nationalsozialistischen Wiederbetätigung für schuldig befunden. Er ist das vierte Mitglied seiner Familie, das kürzlich auf der Anklagebank saß.