Beiträge zu Identitätspolitik

Mensch, der eine ausgehölte Wassermelone wie eine Maske oder einen Helm auf dem Kopf trägt
2026/10 dschungel Die israelfeindlichen Exzesse in den identitätspolitischen Diskursen der Linken nach dem 7. Oktober

Vom Antisemitismus, der keiner sein will

In seinem neuen Buch »Vom Antisemitismus, der keiner sein will« knöpft sich Richard Schuberth die israelfeindlichen Exzesse in den identitätspolitischen Diskursen der Linken nach dem 7. Oktober vor. Dabei dehumanisiert niemand die Palästinenser genannten Menschen so sehr wie die mit ihnen angeblich solidarische Bewegung. Ein Auszug aus dem Buch.
Hubert Fichte stützt seinen Kopf mit seiner rechten Hand
2026/10 dschungel Zum 40. Todestag des Schriftstellers Hubert Fichte

Jungle+ Artikel Das Tuscheln der Tunten und Schamanen

Vor 40 Jahren starb der Schriftsteller Hubert Fichte. Seine Grenzgänge zwischen Literatur und Ethnographie, Poesie und Journalismus und sein Blick auf Außenseiter faszinieren noch heute. Doch die zeitgenössische Rezeption Fichtes als Vordenker queerer und postkolonialer Suche nach Identität übersieht, dass seine Texte als widersprüchliche Archäologie menschlicher Destruktivität zu verstehen sind.
Bundesarbeitsgemeinschaft »Migrantische Linke/Links*Kanax«
2026/06 Inland Eine migrantische Gruppe in der Linkspartei will Zionisten ausschließen

Kein Gott, kein Vaterland, keine »Community«

Anfang Januar gründete sich in der Linkspartei die Bundes­arbeitsgemeinschaft Migrantische Linke/Links*Kanax und fasste sogleich einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegen die antisemitismuskritische BAG Shalom. Der Beschluss ist Ausdruck eines autoritären Verständnisses von »Community«: Wer kein Antizionist ist, gehört nicht dazu.
Curtis »50 Cent« Jackson (vorne rechts) im Film »Get Rich or Die Tryin’«
2026/01 dschungel Dennis Schnittler untersucht in »Eine Klassenanalyse der Wokeness«, warum diese gebraucht wird, um den Kapitalismus am Laufen zu halten

Jungle+ Artikel Unter dem Kommando des Kapitals

Der Autor Dennis Schnittler behandelt die Wokeness in seinem Buch »Eine Klassenanalyse der Wokeness« als Phänomen des ­Kapitalismus – und die Debatten über sie als einen Versuch, die ­Weltökonomie mit ihren vielfältigen Arbeits- und ­Lebensformen neu zu ordnen.
Irma Sterns »Maid in Uniform« von 1955 in der Ausstellung im Brücke-Museum Berlin
2025/41 dschungel Wie eine Ausstellung über die Expressionistin Irma Stern die Künstlerin antirassistisch delegitimiert

Jungle+ Artikel Der Theoriemode geopfert

Die jüdische Malerin Irma Stern war eine wichtige Vertreterin des Expressionismus. In ihrer Heimat Südafrika ist sie weitaus bekannter als in Deutschland, dem Geburtsort ihrer Eltern, wo sie zeitweise lebte. Eine Ausstellung in Berlin widmet sich Stern nun unter identitätspolitischen Vorzeichen und verschleiert und verzerrt die Bio­graphie der Künstlerin.
Englische Fahne mit dem Georgskreuz
2025/39 Inland Die rechte Kampagne »Operation Raise the Colours« animiert zum Hissen britischer Flaggen

Fahnenkämpfe

Seit Wochen wehen in etlichen englischen Städten zahlreiche Nationalflaggen an Laternenpfählen. Es handelt sich um eine Kampagne der extremen Rechten, eine Rolle spielen aber auch die identitätspolitischen Kämpfe zwischen rechts und links.
Früher als »kommunistisch« gebrandmarkt, heute als »woke« geschmäht: Protest gegen Maßnahmen gegen Rassismus in Little Rock, Arkansas, 1959
2025/23 Disko Es gilt, die ­revolutionären Ursprünge der Wokeness zu bewahren

Libertär statt autoritär

Wokeness steht in der Tradition des anarchistischen Libertarismus, der das Handeln der Einzelnen als politische Praxis begreift, die bereits in der Gegenwart auf die zu erkämpfende Gesellschaft verweist. Statt dagegen zu polemisieren, sollten Linke vielmehr einen auf woke Weise erweiterten Klassenkampf führen.
Typ mit Woke-Cap und Maga-Maske
2025/20 Disko Der Unterschied zwischen bloßen Ressentiments gegen Wokeness und ernst­zunehmender Kritik an ihr

Nicht mehr »en woke«

Was einst als Kritik an Irrationalität und Wahn antrat, hat sich längst zum Zerrbild des kritisierten Gegenstands entwickelt. Antiwokeness ist unter Donald Trump und Wladimir Putin zum Regierungsprogramm erhoben worden und schreitet in ihrer Zensurwut deutlich schlagkräftiger und besorgniserregender voran, als es die woke Gesinnungspolizei bisher vermocht hatte. Es ist an der Zeit, dass die Kritik diese Veränderung miteinbezieht.
Nach Esra Ösyüreks Meinung auf einer »Pilgerfahrt«: Besucher des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau
2025/14 dschungel Esra Özyürek behauptet in »Stellvertreter der Schuld«, die Holocausterinnerung werde an Muslime ausgelagert

Jungle+ Artikel Postkolonialer Zauber

Die Schuld am Holocaust werde in Deutschland an Muslime ausgelagert, behauptet die Soziologin Esra Özyürek in ihrem Buch »Stellvertreter der Schuld«. So steil ihre These ist, so wenig kann sie diese stichhaltig belegen.
"Stop the Coup". Noch gibt es Widerstand und Proteste gegen den Trumpismus
2025/09 Thema Michael C. Williams, Politikwissenschaftler, im Gespräch über die weltpolitischen Vorstellungen der Trump-Anhänger

Jungle+ Artikel »Eine Welt der Großmächte«

Donald Trump verspricht, die »Globalisten« zu entmachten, und wird von Rechtsextremen weltweit gefeiert. Mit dem Experten für internationale Politik, Michael C. Williams, sprach die »Jungle World« über die weltpolitischen Vorstellungen Trumps und seiner Anhänger.