Beiträge von Dierk Saathoff

Patti Smith sieht bei einem ­Auftritt ein bisschen aus wie Jesus am Kreuz
2026/17 dschungel »Bread of Angels«, die Autobiographie von Patti Smith

Patti im Wunderland

Patti Smith hat in »Bread of Angels« wieder einmal über ihr Leben geschrieben – dieses Mal allerdings stringenter als zuvor. Die ­Auto­biographie beweist erneut ihre große Stilsicherheit, lässt aber zugleich die esoterisch-spiritistische Seite der Schriftstellerin und Musikerin deutlich hervortreten, die von sich selbst zu oft ­unangenehm ergriffen ist.
Descendents
2026/12 dschungel Nachdrucke aus dem Band »Bored Teeangers«

Bored Teenagers

Im Oktober 1976 erschien in England die Single »New Rose« von The Damned, einen Monat später dann »Anarchy in the U.K.« von den Sex Pistols – Punk war geboren. Anlässlich des 50. Jubiläums hat der Ventil-Verlag mit »Bored Teenagers« eine Anthologie heraus­gebracht, in der über 180 meist englisch­sprachige Songs aus sieben Jahrzehnten gewürdigt werden, die den Geist des Punk atmen.
­Judith Butler stellt ihr Buch in Athen vor, 2025
2026/07 dschungel Judith Butlers Buch »Wer hat Angst vor Gender?«

Jungle+ Artikel Der Debatte hinterher

Judith Butler fragt in ihrem neuen Buch, wer Angst vor Gender hat – und kommt mit ihrer zahnlosen Kritik an rechter Rhetorik und ihrer haarsträubenden Schmähung von Feministinnen Jahre zu spät. Neues oder theoretisch Interessantes hat sie zur Debatte auch nicht beizutragen.
Robert De Niro in »Taxi Driver«, 1976
2026/05 dschungel Die US-Filme des Jahres 1975 – und was sie über ihre Zeit verraten

Als New Hollywood starb: Amerikas Nervenzusammen­­bruch

Das Jahr 1975 markierte den Höhepunkt von New Hollywood – und gleichzeitig dessen Ende. So wird es oft gesagt, auch der Dokumentarfilm »Breakdown: 1975« schlägt in diese Kerbe. Er stellt die wichtigsten Spielfilme des Jahres vor, die er nicht nur als Reaktion und Reflexion ihrer Zeit präsentiert, sondern mit denen er auch eine subtile Parallele zur Gegenwart zieht.
­Lorelai Gilmore (Lauren Graham) mit ihrer Serientochter Lorelai, genannt Rory (Alexis Bledel), auf dem Rücken
2025/40 dschungel Die »Gilmore Girls« werden 25 – was die Drehbücher der Serie auszeichnet

Das Prinzip Sherman

»Gilmore Girls« wird 25 – die Serie über die schnell redenden und mit Referenzen um sich werfenden Hauptfiguren Lorelai und Rory hat Amy Sherman-Palladino erdacht und geschrieben. In ihren überlangen Drehbüchern setzte sie nicht nur die Trennung zwischen Hoch- und Populärkultur außer Kraft, sondern schuf auch eine Serie, die gleichsam dem Realismus wie dem Märchen verpflichtet ist.
Drei der Golden Girls stoßen mit Sektgläsern an
2025/37 dschungel Wie die Sitcom den Linksliberalismus unter die Leute brachte

Die »Golden Girls« feiern 40. Geburtstag

Vor 40 Jahren wurde eine der berühmtesten Fernsehwohngemeinschaften gegründet: »Golden Girls« lief von 1985 bis 1992. Die vier Frauen Dorothy, Blanche, Rose und Sophia konterten darin die immer konservativer werdende Stimmung in den USA – und stritten sich mehr als einmal miteinander.
S.Y.P.H. vor dem Siff. Die Band posiert vor einem Müllcontainer, ca. Anfang der achtziger Jahre
2025/30 dschungel Wie die Punkband S.Y.P.H. Anfang der Achtziger den Krautrock aufleben ließ

Punkige Krauts

Für die deutsche Punkband S.Y.P.H. ging ein Traum in Erfüllung, als sie mit dem Can-Bassisten Holger Czukay Anfang der Achtziger zwei Alben aufnahmen. Diese sind zusammen mit einer Compilation von raren Songs neu veröffentlicht worden und zeigen, dass S.Y.P.H. nicht nur den Krautrock verarbeiteten, sondern musikalisch ihrer Zeit auch voraus waren.
Unkonventionelle Schönheit. Barbra Streisand, 1962
2025/27 dschungel Barbra Streisands über tausend Seiten dicke Autobiographie »Mein Name ist Barbra«

Die Kokette

Die Sängerin und Schauspielerin Barbra Streisand hat ihre Autobiographie vorgelegt, die den Weg eines Mädchens aus Brooklyn zu einer gefeierten Schauspielkarriere erzählt, vor allem ihrem Film »Yentl« wird dabei viel Platz gewidmet. Nicht nur einmal trägt Streisand in ihren Erinnerungen etwas zu dick auf.
Typ mit Woke-Cap und Maga-Maske
2025/20 Disko Der Unterschied zwischen bloßen Ressentiments gegen Wokeness und ernst­zunehmender Kritik an ihr

Nicht mehr »en woke«

Was einst als Kritik an Irrationalität und Wahn antrat, hat sich längst zum Zerrbild des kritisierten Gegenstands entwickelt. Antiwokeness ist unter Donald Trump und Wladimir Putin zum Regierungsprogramm erhoben worden und schreitet in ihrer Zensurwut deutlich schlagkräftiger und besorgniserregender voran, als es die woke Gesinnungspolizei bisher vermocht hatte. Es ist an der Zeit, dass die Kritik diese Veränderung miteinbezieht.
Sitzt auf Podien, wenn sie nicht gerade zum »­vertraulichen« Abendessen im Auswärtigen Amt geladen ist. Emilia Roig auf der Phil. Cologne, 2023
2025/09 dschungel Mit Topf­pflanzen reden: Die esoterischen Ein­lassungen der Antizionistin Emilia Roig

Jungle+ Artikel Das Private als Verkaufsargument

Eigentlich denkt man, dass sich Emilia Roigs jüngstes Buch »Lieben« eben um die Liebe dreht. Doch die zuletzt vor allem durch Anti-Israel-Tiraden auffallende Autorin und Aktivistin ist viel zu sehr damit beschäftigt, sich obskuren linksalternativen Lieblingsthemen anzudienen und sich nebenbei als besonders nahbar und gefühlvoll zu inszenieren.