Beiträge zu Feminismus

Symbole für Flexi-Identitäten
2026/02 dschungel Die Theorie der Wert-Abspaltung und ihre Relevanz für heutige Debatten

Jungle+ Artikel Differenzen der Krise – Krise der Differenzen

Verschiedene Diskriminierungsformen wie Sexismus, Rassismus und Antisemitismus begreift die ­Theoretikerin Roswitha Scholz bereits seit über 30 Jahren als zusammenhängend. Mit dem, was heutzutage unter der Bezeichnung Intersektionalismus firmiert, haben Scholz’ Thesen allerdings wenig zu tun. In ihrem neuen Band »Back to the roots?«, der Texte aus drei Jahrzehnten umfasst, referiert Scholz im erstmals 2025 veröffentlichten Beitrag »Intersektionalität und Diversität in der altlinken Sackgasse« noch einmal ihre Theorie der Wert-Abspaltung und kritisiert jene Ansätze, die dekonstruktivistisch vorgehen und Differenzen hypostasieren.
2 typische feministische Memes
2025/49 Thema Feministische Memes, die sich über Männer lustig machen

Witzbilder aus dem Internet

Memes sind in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Bestandteil des digitalen Feminismus geworden. Ohne großen Aufwand können die zugespitzten Bildwitze beliebig weiterverarbeitet werden. So entsteht eine ganz eigene Form von Kritik, Austausch und Identifikation.
Screenshot Tea-App
2025/49 Thema Auf der Tea-App bewerten Frauen ­Dating-Erfahrungen mit Männern

Warnung vor dem Manne

Eine US-amerikanische App soll heterosexuelles Dating für Frauen sicherer machen, indem sich die Nutzerinnen untereinander Informationen über Männer, die sie getroffen haben, austauschen. Diese können je nach Verhalten mit grünen oder roten Flaggen markiert werden.
»My Next Door Neighbour«, Edmund Blair, 1894
2025/49 Thema Im Internet verkünden Frauen ihre Unabhängigkeit von Männern

Jungle+ Artikel Dramatisches Türenknallen

Wir sind dann mal weg, scheinen Frauen im Internet den Männern zu signalisieren. Sie stilisieren sich als selbstgenügsame, kinderlose Katzenladys oder als erfolgreiche, unnahbare »girlbosses« im freiwilligen Zölibat. Dieser Rückzug folgt einem nachvollziehbaren Impuls in Anbetracht der Partnerschaftsgewalt und emotionalen Überlastung, der Frauen in heterosexuellen Beziehungen oftmals ausgesetzt sind.
Schwarz-wqeiß-Bild einer Frau, die in die Kamera schaut und ihr Kinn dabei leicht auf ihren zusammengefalteten Händen abstützt
2025/39 dschungel Die Schriftstellerin Jean Rhys legte mit »Die weite Sargassosee« einen feministischen Roman über den britischen Kolonialismus vor

Wütend statt verrückt

Die im britischen Kolonialgebiet auf den westindischen Inseln ­geborene Schriftstellerin Jean Rhys veröffentlichte 1966 ihren Roman »Die weite Sargassosee«, der nicht nur eine Art Prequel zu Charlotte Brontës »Jane Eyre« darstellt, sondern auch eine feministische Kritik am Empire und der Sklaverei beinhaltet.
Treppenhaus in der Universität von Birmingham
2025/39 dschungel An der Universität Birmingham forschten Richard Hoggart und Stuart Hall über Medienkonsum und Alltagspraktiken

Jungle+ Artikel Eingreifende Wissenschaft

1964 wurde an der Universität Birmingham das Centre for Contemporary Cultural Studies eingerichtet, das sich, von Marxisten wie Louis Althusser und Antonio Gramsci inspiriert, dem populären Medienkonsum und den Alltagshandlungen widmete. Das Centre, das in den Siebzigern vom Kulturtheoretiker Stuart Hall geleitet und 2002 geschlossen wurde, wirkt durch seinen Antiessentialismus bis heute fort.
Britische Straßenszenerie mit Werbeplakat einer Zeitung und zwei Frau mit Kinderwagen
2025/39 dschungel Julie Bindel, Feministin, im Gespräch über den »grooming gangs scandal« und das Versagen von Polizei und Linken bei der Aufklärung von Gruppenvergewaltigungen und sexueller Ausbeutung von Mädchen

Jungle+ Artikel »Die missbrauchten Mädchen sind in diesem ideologischen Krieg nur Kanonenfutter«

Seit zwei Jahrzehnten werden in Großbritannien immer wieder Fälle banden­mäßiger sexueller Ausbeutung von Mädchen und sogenanntem »grooming« publik, mittlerweile spricht man vom »grooming gangs scandal«. Über 17.000 Fälle sind in der Kriminalstatistik verzeichnet. Die Polizei schaute jahrelang weg oder glaubte den Opfern nicht, wie der sogenannte Casey Report, ein vom Staat in Auftrag gegebener Bericht, in diesem Sommer bestätigte. Die Frauenrechtlerin Julie Bindel erklärt im Gespräch mit der »Jungle World«, was die Taten mit der meist pakistanischen Herkunft der Täter zu tun haben, wie die Fälle in der identitäts­politischen Linken debattiert werden und wieso Elon Musks Beiträge zu dem Skandal verlogen sind.
Ohne Titel (»Die Fledermaus«)
2025/37 dschungel Die frühen Collagen der feministischen Künstlerin

Jungle+ Artikel Sarah Schumann – Schockcollagen 1957–1964

Die Künstlerin Sarah Schumann fertigte ab Mitte der fünfziger Jahre über 140 Collagen an, deren Material Zeitschriftenabbildungen, illustrierte Bücher und eigene Fotografien waren. In ihnen zeigte sich ihr feministischer Impetus zum ersten Mal. Ganze 90 dieser Collagen sind nun zu einem Band zusammengefasst worden, die Bilder sind zudem in einer Ausstellung in Berlin zu sehen.
Prostituierte im Hamburger Gängeviertel, ca. zwanziger Jahre
2025/34 dschungel Kein Bock auf Moskau – die Kommunistin Ketty Guttmann setzte sich für Prostituierte ein, statt der Partei nach dem Mund zu reden

Widerständig und widersprüchlich

Mit ihrer Zeitschrift »Der Pranger« versuchte Ketty Guttmann im Hamburg des frühen 20. Jahrhunderts, die Prostituierten zu organisieren. Später galt sie als radikale Kritikerin der sowjetischen Zustände. Nun ist eine Biographie der fast vergessenen Feministin und Kommunistin erschienen.
Transparent am Frauen­streik­tag, 8. März 1994
2025/34 dschungel Petra Gall und der Female Gaze – die Berliner Frauenszene der Vorwendezeit

Feiern, Vögeln, Protestieren

Die Ausstellung »Feuer + Flamme dem Patriarchat« im Schwulen Museum Berlin zeigt bekannte und unbekannte Aufnahmen aus den achtziger und neunziger Jahren aus dem Nachlass von Petra Gall (1955–2018), die als Musik- und Konzertfotografin der feministischen Subkulturszene angehörte.